10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Gideon Samson  [ Niederlande ]

Biographie

Portrait Samson
© Chris van Houts

Gast des ilb 2016.

Bibliographie

Der Himmel kann noch warten

Coppenrath

Münster, 2010

[Ü: Rolf Erdorf]

70 Tricks, um nicht baden zu gehen

[Ill. Anke Kuhl]

Gerstenberg

Hildesheim, 2014

[Ü: Rolf Erdorf]

doppeltot

Gerstenberg

Hildesheim, 2015

[Ü: Rolf Erdorf]

Flutlicht

Gerstenberg

Hildesheim, 2015

[Ü: Rolf Erdorf]

Eilanddagen

Leopold

Amsterdam, 2016

Der niederländische Jugendschriftsteller Gideon Samson wurde 1985 in Den Haag geboren. Wie seine beiden älteren Schwestern besuchte er die Montessori-Schule, was ihm viel Freiraum für die Entwicklung seines schriftstellerischen Talents gab. In Amsterdam studierte er Film- und Fernsehwissenschaft, 2007 schrieb er seine erste Erzählung »Niks zeggen!« (Ü: Nchts sagen!).

2009 erschien sein Jugendroman »Ziek« (dt. »Der Himmel kann noch warten«, 2010) über die zwölfjährige Belle, die nicht nur mit einer schweren Erkrankung, sondern auch mit der Trennung ihrer Eltern zu kämpfen hat. Belle reflektiert ihre Probleme in ihrem Tagebuch, um damit später »genauso berühmt zu werden wie Anne Frank«. Das Buch greift nicht nur ein Tabuthema auf, sondern zeigt auch den Traum von Normalität und Hoffnung auf die Zukunft entgegen allen Prognosen. Mit »Met je hoofd boven water« (2010; dt. »70 Tricks, um nicht baden zu gehen«, 2014) bricht Samson viele Konventionen einer pädagogisch wertvollen Erzählung: Der Protagonist ist ein »Antiheld«, der sich vor dem Schulschwimmen fürchtet und dessen Mutter durch künstliche Befruchtung schwanger wurde. Wirklichkeitsnah bedient sich Gideon Samson des gängigen Vokabulars der Jugendsprache und erzählt die Geschichte mit Wortwitz und Situationskomik. In »Zwarte zwaan« (2012; dt. »doppeltot«, 2015) stellt Samson problematische Charaktere in den Mittelpunkt seiner Erzählung. Die Freundinnen Düveke und Rifka hecken einen üblen Streich aus: Die aufmerksamkeitshungrige Rifka will ihre Entführung vortäuschen und sich tot stellen, um dann ihrer eigenen Beerdigung zusehen zu können. Wieder bricht Samson alle Regeln einer positiven Erzählung für Heranwachsende, indem er seine Hauptfigur mit allen Symptomen des Borderline-Syndroms ausstattet. Außerdem regt die Geschichte des ungleichen Mädchenpaars zum Nachdenken über Macht und Manipulation innerhalb einer Freundschaft an. In »Overspoeld« (2014; dt. »Flutlicht«, 2015) verarbeitete Samson eine wahre Begebenheit aus dem Leben von Julius ’t Hart, mit dem er das Buch zusammen schrieb. Der Protagonist Pieter sieht sich gerade in Amsterdam das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft 2010 an, als ihn eine Freundschaftsanfrage auf Facebook gedanklich nach Sri Lanka versetzt. 2004 hat er dort sein Freiwilliges Jahr verbracht und sich in die Backpackerin Elin verliebt. Nach einem romantischen Abend am Strand gerieten sie in die Katastrophe des Tsunami, die sein Leben veränderte. »Manchmal ist die Wahrheit zu schön für ein Buch und manchmal ein Buch zu schön für die Wahrheit«, sagte Gideon Samson über »Flutlicht«, für das er 2015 den Goldenen Bilderrahmen erhielt.

Gideon Samson wurde außerdem u.~a. mit dem Silbernen Griffel (2010, 2013), dem IBBY Honour List Award (2012) und dem White Raven (2013, 2015) geehrt. Seine Bücher standen bereits zweimal auf der Liste »Die besten 7« des Deutschlandfunks. Er lebt in Amsterdam.

[http://www.gideonsamson.nl/]

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