10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Delphine de Vigan  [ Frankreich ]

Biographie

Portrait Delphine de Vigan
© Delphine Jouandeau

Gast des ilb 2016.

Bibliographie

Jours sans faim

[Unter dem Pseudonym Lou Delvig]

Grasset

Paris, 2001

No & ich

Droemer

München, 2008

[Ü: Doris Heinemann]

Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin

Droemer

München, 2010

[Ü: Doris Heinemann]

Das Lächeln meiner Mutter

Droemer

München, 2013

[Ü: Doris Heinemann]

Delphine de Vigan wurde 1966 in Paris geboren. Nach einer Ausbildung am CELSA-Institut der Sorbonne arbeitete sie als Studienleiterin eines Meinungsforschungsinstituts, schrieb jedoch nebenher bereits erste literarische Texte.

Ihr Debüt gab de Vigan 2001 unter dem Pseudonym Lou Delvig mit dem Roman »Jours sans faim« (Ü: Tage ohne Hunger), einer autobiografisch inspirierten Geschichte des Kampfes einer jungen Frau gegen ihre Magersucht. Weitere Werke veröffentlichte sie in der Folge unter ihrem richtigen Namen. 2005 erschien » Les jolis garçons « (Ü: Die hübschen Jungen), eine Sammlung von Texten über die drei wichtigsten, sehr unterschiedlichen Männer im Leben der fantasievollen Emma, verbunden mit der Frage, ob sich Liebe und Fiktion auseinanderhalten lassen; außerdem der ebenfalls amouröse Desillusionen verhandelnde Roman »Un soir de décembre« (Ü: Eine Nacht im Dezember), für den de Vigan mit dem Literaturpreis Saint-Valentin ausgezeichnet wurde. 2007 gelang der endgültige Durchbruch mit dem Roman »No et moi« (dt. »No & ich«, 2008), dessen Erfolg dazu führte, dass sich de Vigan ganz der Schriftstellerei widmete. Für ihre Schilderung des Lebens einer jungen Obdachlosen aus der Sicht eines hochbegabten 13-jährigen Mädchens erhielt sie nicht nur den Prix des Libraires und den Prix Rotary International (beide 2008); der Roman wurde zudem in elf Sprachen übersetzt und 2010 verfilmt. Dass die Tageszeitung »Le Figaro« davon sprach, es sei der Autorin hier gelungen, Erwachsene wie Jugendliche anzusprechen, könnte darauf zurückzuführen sein, dass de Vigan einerseits auf ihren Erfahrungen als Soziologin aufbaut, andererseits aber mit dem Kunstgriff des Gedankenstroms einer anderen Jugendlichen »der Gefahr [entgeht], eine Betroffenheitsgeschichte zu schreiben« (Deutschlandradio Kultur). Der Roman sei vielmehr »bewegend, berührend, poetisch, mitreißend« und entfalte beim Lesen eine »stille Wucht« (Buchkultur). In dem Roman »Les Heures souterraines« (2009; dt. »Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin«, 2010) lässt die Autorin in schnörkelloser Sprache zwei Figuren aufeinander zusteuern, welche durch Mobbing und Burn-out als Folgen der heutigen Arbeitswelt gefährdet sind. 2011 erschien der Roman »Rien ne s’oppose à la nuit« (dt. »Das Lächeln meiner Mutter«, 2013), das schonungslose Porträt einer Frau, die dem Leben nicht gewachsen ist, aber auch ein persönlicher Befreiungsschlag von de Vigan, die in einem »zutiefst schwarzen Buch von seltener Schönheit« (Cicero) auch »nach den Gründen für ihr eigenes Schreiben« sucht (»Frankfurter Allgemeine Zeitung«). Zuletzt publizierte die Schriftstellerin den Roman »D’après une histoire vraie« (2015; dt. »Nach einer wahren Geschichte«, 2016), der den Prix Renaudot sowie den Prix Goncourt des lycèens gewann.

Delphine de Vigan lebt in Paris.

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