10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Namwali Serpell  [ Sambia, USA ]

Biographie

Portrait Serpell
© Peg Skorpinski

Gast des ilb 2016.

Bibliographie

Muzungu

In: The Best American Short Stories 2009

[Hg. Heidi Pitlor u. Alice Sebold]

Houghton Mifflin

New York, 2009

The Man with the Hole in His Face

In: To See the Mountain and Other Stories

The Caine Prize for African Writing 2011

New Internationalist

Oxford, 2011

The Sack

In: Africa 39

New Writing from Africa South of the Sahara

[Hg. Ellah Wakatama Allfrey]

Bloomsbury

London, 2014

Seven Modes of Uncertainty

Harvard University Press

Cambridge, 2014

Double Men

In: Reader, I Married Him

Stories Inspired by Jane Eyre

[Hg. Tracy Chevalier]

The Borough Press

London, 2016

Namwali Serpell wurde 1980 in Lusaka, Sambia, geboren. Im Alter von neun Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Baltimore, USA. Sie studierte an den Universitäten von Harvard und Yale.

Ihre erste veröffentlichte Kurzgeschichte »Muzungu« wurde 2009 in die Anthologie »The Best American Short Stories« aufgenommen und bescherte ihr 2010 einen Platz auf der Shortlist des renommierten Caine Prize for African Writing. »Muzungu« ist die Geschichte der altklugen neunjährigen Isa und deren Eltern, die als weiße Expatriates in Sambia leben. Zu ihren Eltern hat sie ein eher distanziertes Verhältnis. Als Einzelkind sucht sie die Gesellschaft der schwarzen Bediensteten, was ihr ihr Anderssein in einer schwarzen Gemeinschaft bewusst macht, in der sie »Muzungu« genannt wird. Der erste Satz der Kurzgeschichte birgt bereits den ganzen Themenkomplex um Identität, Rassismus und das Nebeneinander von Schwarzen und Weißen: »Isabella war neun Jahre alt, als sie begriff, was weiß bedeutet.« Die Inspiration zu dieser Geschichte habe sie, so Serpell, aus einer Anekdote ihres weißen Vaters geschöpft. Für »The Sack« (Ü: Der Sack) wurde Serpell 2015 mit dem Caine Prize ausgezeichnet. Das Preisgeld von 10.000~Pfund teilte sie mit den vier Autoren, die neben ihr auf der Shortlist standen. Dies wollte sie nicht als Akt der Großzügigkeit verstanden wissen, sondern als Kritik am Wettbewerbscharakter des Preises. Die Kurzgeschichte behandelt eine Dreiecksbeziehung zwischen zwei Männern und einer Frau, in die beide verliebt sind. Ein Traum, den sie als Siebzehnjährige gehabt habe, sei die Inspirationsquelle der Geschichte, so Serpell. Die Jury bescheinigte dem Text, »formal innovativ, stilistisch überwältigend, gespenstisch und rätselhaft« zu sein. In »The Man with the Hole in His Face« (2011; Ü: Der Mann mit dem Loch in seinem Gesicht) entlarvt die Autorin den Safari-Tourismus als neue Form des Kolonialismus, in der reiche Weiße sich ein Naturerlebnis erkaufen. Serpells Kurzgeschichten wurden in Anthologien sowie namhaften Zeitschriften wie »The Believer«, »n+1« oder »McSweeney’s Quarterly« veröffentlicht. 2018 wird Serpells erster Roman mit dem Titel »The Old Drift« erscheinen, der die Geschicke dreier Familien über mehrere Generationen hinweg schildert.

Serpell tritt nicht nur als Schriftstellerin in Erscheinung, sondern ist auch als Wissenschaftlerin tätig. So lehrt sie an der Englisch-Fakultät der University of California, Berkeley, veröffentlichte zahlreiche Aufsätze und 2014 ihre Monografie »Seven Modes of Uncertainty« (Ü: Sieben Modi der Ungewissheit). Namwali Serpell lebt in San Francisco.

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