10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Arvind Krishna Mehrotra  [ Indien ]

Biographie

Portrait Arvind Krishna Mehrotra
© Nina Subin

Gast des ilb 2016.

Bibliographie

Nine Enclosures

Clearing House

Bombay, 1976

The Transfiguring Places

Ravi Dayal

Delhi, 1998

History of Indian Literature in English

[Hg.]

Columbia University Press

New York, 2003

Indische Dichter der Gegenwart

Eine Anthologie englischsprachiger Lyrik Indiens

[Hg.]

Das Wunderhorn

Heidelberg, 2006

Collected Poems 1969–2014

Penguin India

Delhi, 2014

Arvind Krishna Mehrotra wurde 1947 in Lahore, Pakistan, geboren und studierte Englische Literatur, Alte Geschichte und Wirtschaft an der Universität von Allahabad. Beeindruckt von der Bibliothek seines Onkels, eines Englischprofessors, bei dem er lebte, erfüllte er sich den Traum, erste Gedichte binden zu lassen, um seinen Namen auch auf einem Buchumschlag zu sehen. Besonderen Einfluss übte auf ihn dabei Ezra Pounds Poetologie einer Reduktion der Sprache auf das Wesentliche aus, die auch Mehrotras Arbeit als Übersetzer prägte. Als Dichter erhielt Mehrotra selbst später Anerkennung dafür, die Tradition indischer Lyrik in englischer Sprache, verbunden mit Namen wie A. K. Ramanujan, Nissim Ezekiel und Arun Kolatkar, wiederzubeleben sowie durch literarische Experimente in die Moderne zu überführen. Unberührt von Änderungen in Form und Inhalt während seines jahrzehntelangen Schaffens blieb jedoch immer sein Verständnis von Poesie als Kunst der Andeutung, die auf den ersten Blick leicht wirkt, mit ihrer Präzision und Offenheit der sprachlichen Bilder aber beim Lesen an Gewicht gewinnt. Auch der Poet Ranjit Hoskote lobte, dass es Mehrotra gelinge, intensive Emotionen und eine epische historische Atmosphäre durch minimale Gesten hervorzurufen. Nach eigener Aussage realisierte Mehrotra zudem, dass er, obwohl er in Mumbai und Iowa City (USA) wohnte, nur in und über Orte schreiben könne, die er seit seiner Kindheit kannte: Allahabad und Dehra Dun, wo er heute noch lebt.

Einer ersten Sammlung mit dem Titel »Nine Enclosures« (1976; Ü: Neun Anlagen) folgten in größeren Abständen vier weitere Lyrikbände. Zuletzt erschien 2014 eine Sammlung von Gedichten, die seit 1969 entstanden waren. Darin enthalten sind auch seine von der Kritik gefeierten Übertragungen von Lyrik aus alten indischen Sprachen/Dialekten wie dem Prakrit, beispielsweise von Liebesgedichten aus der möglicherweise frühesten Anthologie säkularer Verse in Südasien, »Gathasaptasati«, die 1991 bereits unter dem Titel »The Absent Traveller« (Ü: Der abwesende Reisende) veröffentlicht worden waren. Seine zwanzig Jahre später publizierten Übersetzungen der »Songs of Kabir« (Ü: Lieder des [Hindu-Heiligen] Kabir [Das]) pries die »New York Times« für ihre gelungene Verflechtung traditioneller Inhalte mit zeitgenössischem Slang.

Im Rahmen seiner Tätigkeit als Professor für Englische Literatur, die er bis 2012 an seiner Alma Mater ausübte, gab Mehrotra zudem mehrere Bücher heraus, die sich u.~a. mit der Geschichte der indischen Literatur in englischer Sprache auseinandersetzen. Auf Deutsch erschien 2006 mit »Indische Dichter der Gegenwart« eine Anthologie englischsprachiger Lyrik Indiens. Mit seiner Frau Vandana, Tochter eines Hindi-Schriftstellers und Malerin, hat Arvind Krishna Mehrotra einen Sohn, den Autor Palash Krishna Mehrotra.

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