10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Allen Say  [ Japan, USA ]

Biographie

Portrait Say
© Allen Say

Gast des ilb 2016.

Bibliographie

The Ink-Keeper’s Apprentice

Harper & Row

New York, 1979

Grandfather’s Journey

Houghton Mifflin

Boston, 1993

The Sign Painter

Houghton Mifflin

Boston, 2000

Drawing from Memory

Scholastic Press

New York, 2011

The Inker’s Shadow

Scholastic Press

New York, 2015

Allen Say wurde 1937 als James Allen Koichi Moriwaki Seii in Yokohama, Japan, geboren. Nach der Scheidung seiner Eltern wurde er im Alter von elf Jahren nach Tokio geschickt, um dort zur Schule zu gehen und bei seiner Großmutter mütterlicherseits zu leben, bevor diese ihm ein Jahr später die Erlaubnis gab, in eine eigene Wohnung zu ziehen.

In seinem semiautobiografischen Werk »The Ink-Keeper’s Apprentice« (1979; dt. »Die Schüler des Comicmeisters«, 1999) wie auch in »Drawing from Memory« (2011; Ü: Bilder aus der Erinnerung) erzählt Say, wie er im Alter von zwölf Jahren sein großes Vorbild, den in Japan berühmten Comiczeichner Noro Shinpei, aufsuchte und davon überzeugte, ihn als Schüler aufzunehmen. Sein Mentor wurde zu seinem »geistigen Vater« und ebnete ihm den Weg als Künstler. Als er 16 war, machte ihm sein leiblicher Vater das Angebot, zusammen mit seiner neuen Familie in die Vereinigten Staaten auszuwandern. Die Erfahrungen der ersten drei Jahre verarbeitete Say in dem Bilderbuch »The Inker’s Shadow« (2015; Ü: Der Schatten des Inkers [im Comicbereich übliche Bezeichnung für einen Tuschezeichner]). Die vielen Herausforderungen als japanischer Teenager ohne Englischkenntnisse im Nachkriegs-Amerika manifestieren sich hier in einer stilistischen Vielfalt, die von Kohlezeichnungen bis zu farbigen Bildern und von Skizzen bis zu Comicstrips reicht. Dass sich sein Werk oft mit biografischen Erfahrungen und im Besonderen mit den ständigen Orts-und Berufswechseln auseinandersetzt, zeigt sich auch in seinem bisher bekanntesten Bilderbuch für Kinder, »Grandfather’s Journey« (1993; Ü: Großvaters Reise), für das Say 1994 die Caldecott Medal erhielt. Ein junger Mann (sein Großvater) verlässt darin Japan, um sich eine neue Existenz in Amerika aufzubauen. Als er beginnt, seine Heimat zu vermissen, kehrt er nach Japan zurück und heiratet dort. Später hat er wieder Sehnsucht nach seiner zweiten Heimat, Kalifornien, und wandert mit seiner Frau und seiner Tochter (Says Mutter) dorthin aus. Letztere begibt sich als Erwachsene zurück nach Japan, heiratet und erzählt ihrem Sohn von dessen Großvater in Amerika. Wie sich dieser zwischen den Kulturen fühlte, kann sein Enkel als Erzähler der Geschichte erst verstehen, als er schließlich selbst nach Amerika reist. Says Wasserfarben-Illustrationen wirken dabei wie alte Fotos in einem Familienalbum~– Menschen in gegensätzlichen Landschaften, die von vielen Überquerungen des Pazifischen Ozeans zeugen.

Say arbeitete zwanzig Jahre als Werbefotograf in Nordkalifornien, bevor er sich mit fünfzig Jahren ausschließlich seinen Bilderbüchern zu widmen began. Sein 39.~Ortswechsel führte den Künstler, der momentan an einem Buch arbeitet, das sich laut einem Interview im Dezember 2015 völlig von seinen bisherigen Werken unterscheiden soll, 1999 schließlich nach Portland, Oregon, wo er heute noch lebt.

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