10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Alexandra Kleeman  [ USA ]

Biographie

Portrait Alexandra Kleeman
© Arturo Olmos

Gast des ilb 2016.

Bibliographie

Brief History of Weather

[In: Conjunctions, Nr. 56]

Bard College

New York, 2011

You, Disappearing

[In: Guernica Magazine, 2014]

www.guernicamag.com/fiction/you-disappearing

This Means Raw:

Extreme Dieting and the Battle Among Fruitarians

[In: The Guardian, 2014]

www.theguardian.com/news/2014/dec/03/-sp-trouble-with-fruitarians

You Too Can Have A Body Like Mine

Harper

New York, 2015

Intimations

Harper

New York, 2016

Alexandra Kleeman wurde 1986 in Boulder, Colorado (USA), geboren. Ihr Bachelorstudium an der Brown University verband die Fächer Literarische Künste und Kognitionswissenschaft, gefolgt von einem Master in Rhetorik an der University of California in Berkeley. Nach einem kurzen akademischen Aufenthalt in Harvard und einem Master in Erzählliteratur an der Columbia University School of the Arts, New York, kehrte Kleeman 2012 als Dozentin und Promovendin nach Berkeley zurück.

Prosatexte von ihr wurden zunächst u.~a. in Magazinen wie »The Paris Review«, »Conjunctions« und »Guernica« veröffentlicht. Kleeman schrieb zudem Essays und Reportagen, die in »Harper’s« und »The Guardian« erschienen. 2014 setzte sich die Autorin in letztgenannter Publikation in einem Essay, der zuvor in längerer Form bereits in dem Magazin »n+1« abgedruckt worden war, kritisch mit der Frutarier-Bewegung und möglichen negativen Folgen einer solchen Rohkost-Extremdiät auseinander. Auch ihr Debütroman »You Too Can Have a Body Like Mine« (2015; Ü: Auch du kannst einen Körper wie meinen haben) beschäftigt sich mit der modernen, paranoiden Obsession mit Gesundheit, Essen und Fitness. Den Titel des Buches übernahm Kleeman aus einer Werbung des Bodybuilders Charles Atlas, die sie als Kind bei der Lektüre alter Comics ihres Vaters nicht als Versprechen, sondern vielmehr als Drohung wahrgenommen hatte. Eine Kritik in der »Vogue« bezeichnete den Roman als »Fight Club für Frauen«, da er zwar auch von Männern gelesen werden sollte, durch seine Schilderung eines Ernährungskults, dem eine junge Frau aufgrund privater Probleme beitritt, aber vor allem weiblicher Unsicherheit in einer westlichen Kultur des Schönheitsdiktats nachspüre. Kleeman findet ein eindrückliches Bild für den Terror einer möglichen Transformation bereits zu Beginn des Romans in der Angst ihrer Protagonistin davor, dass ihre beste Freundin versucht, sich in sie zu verwandeln, sich wie sie kleidet und ernährt~– eine schmeichelnde, aber auch erschreckende Vorstellung, welche das Recht auf einen eigenen Körper reflektiert. In ihrer satirischen Auseinandersetzung mit solch beunruhigenden Themen überzeugt die Autorin dabei durch einen unkonventionellen Erzählstil sowie ihren intelligenten Humor. »Publisher’s Weekly« erklärte sie daher zu einer der Schriftstellerinnen ihrer Generation, die man im Auge behalten sollte.

Nachdem Kleeman in ihrer universitären Laufbahn bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten hatte, gewann sie 2016 den Bard Fiction Prize für vielversprechende, aufstrebende junge Autorinnen und Autoren. In der Begründung der Jury hieß es u.~a., ihr Roman handle nicht nur von Hunger, sondern wecke im Leser auch einen unersättlichen Appetit, das Buch zu verschlingen. 2016 erscheint mit »Intimations« (Ü: Andeutungen) zudem eine Sammlung von Kurzgeschichten der Autorin. Alexandra Kleeman lebt in Berkeley.

[http://www.alexandrakleeman.com/]

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