10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Alex Gino  [ USA ]

Biographie

Portrait Gino
© Blake C. Aarens

Gast des ilb 2016.

Bibliographie

George

Scholastic Press

New York, 2015

Alex Gino wurde in Staten Island, New York (USA), geboren. Ende der 1990er Jahre hatte nin (geschlechtsneutrales Pronomen entsprechend den Sylvain-Konventionen, da Gino genderqueer ist, eine Identität außerhalb der Binarität männlich/weiblich) nimsin Coming-out im College. Als Gino Bücher suchte, die dies positiv reflektierten, fand nin keine entsprechende Literatur, was nimsin neben einem Interesse am Schreiben, das nin bereits als Kind entwickelt hatte, sowie einer Vorliebe für Jugendbücher dazu motivierte, den Roman »George« zu schreiben, der in mehr als zehn Jahren Entstehungszeit unzählige Fassungen durchlief, bevor er 2015 endlich publiziert wurde.

Die titelgebende Figur wird von ihrer Umgebung als Junge wahrgenommen, während sie sich selbst als Mädchen begreift. Als George bei einer Schulaufführung des Kinderbuches »Wilbur und Charlotte« die Rolle der letztgenannten Hauptfigur (einer weiblichen Spinne) übernehmen will, wird dieser Wunsch mit der Begründung verwehrt, George habe dafür das falsche Geschlecht. Mithilfe ihrer besten Freundin Kelly entwickelt George daraufhin einen Plan, wie sie nicht nur doch Charlotte spielen kann, sondern der ganzen Welt ein für alle Mal zeigen kann, wer sie wirklich ist~– in Gestalt von Melissa, die am Ende bei einem Zoobesuch zum ersten Mal Mädchenkleidung in der Öffentlichkeit trägt. Gino bemerkte dazu, es sei nim wichtig gewesen, den Leser nicht mit der Botschaft zu entlassen, dass es später einmal besser werde, sondern zu zeigen, dass ein Coming-out nicht herausgeschoben werden sollte und neben negativen Konsequenzen oft auch positive Resonanz von Leuten hervorrufen könne, von denen man sie am wenigsten erwartet hätte. Eine ähnliche Entscheidung ergab sich auch im Entstehungsprozess des Romans, der zunächst vorsah, die innere Geschlechtsidentität der Hauptfigur erst auf der zweiten Seite anzudeuten, bis Ginos Lektor David Levithan vorschlug, von Anfang an weibliche Pronomen zu verwenden, was einerseits Melissas Selbstverständnis reflektiert, andererseits aber auch ein Unbehagen im Leser zu wecken vermag, wenn andere Charaktere sie weiterhin als Jungen ansprechen.

2016 wurde »George« mit dem Children’s Stonewall Award ausgezeichnet. Kritiken nannten den Roman u.~a. zeitgemäß, berührend und mit erfrischend wenig Trara (»New York Times«), das sensible Porträt eines Transgender-Kindes (»Booklist«) sowie eine Pflichtlektüre für Schüler in diesem Alter (»School Library Journal«). Während Gino vor dem Erscheinen von »George« pädagogisch tätig war, konzentriert nin sich momentan auf das Schreiben eines zweiten Jugendbuchs, das in der Nähe von San Francisco spielt und u.~a. die Themen Taubheit, Polizeigewalt und erste Liebe behandeln wird. Gino hofft, durch nimsin Werk einen Kulturwechsel zu befördern, der eine sicherere, inklusivere Welt hervorbringt. Nin lebt heute in Oakland, Kalifornien (USA).

[http://www.alexgino.com/]

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