10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Roddy Doyle  [ Irland ]

Biographie

Roddy Doyle
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2015.

Bibliographie

Dublin-Beat

Ullstein

Frankfurt a. M., 1990

[Ü: Oliver Huzly]

Paddy Clarke ha ha ha

Krüger

Frankfurt a. M., 1994

[Ü: Renate Orth-Guttmann]

Punk is Dad

Haffmans & Tolkemitt

Berlin, 2014

[Ü: Juliane Zaubitzer]

Mary, Tansey und die Reise in die Nacht

cbj

München, 2012

[Ü: Andreas Steinhöfel]

Alles super!

cbj

München, 2015

[Ü: Bettina Obrecht]

www.roddydoyle.ie

Roddy [Roderick] Doyle wurde 1958 in Dublin, Irland, geboren. Seine Mutter und sein Vater, ein Schriftsetzer, weckten schon in jungen Jahren Roddy Doyles Liebe zur Literatur. 1993 gab er seinen Beruf als Lehrer für Englisch und Erdkunde zugunsten der Schriftstellerei auf, mit der er nebenbei längst große Erfolge gefeiert hatte.

Sein literarisches Debüt gab er 1987 mit dem Roman »The Commitments« (dt. »Dublin-Beat«, 1990), dem ersten Teil der »Barrytown«-Trilogie über das Leben der Familie Rabbitte in dem gleichnamigen fiktiven Vorort Dublins, 1991 abgeschlossen mit dem Roman »The Van« (dt. »Das Frittenmobil«, 1994). In diesem Frühwerk setzt sich Doyle am Beispiel der irischen Arbeiterklasse mit den gesellschaftlichen Änderungen im Irland des späten 20.~Jahrhunderts auseinander. Literarisch geschieht dies durch eine dialoghafte Erzählweise, die den Leser vom ersten Satz an am Leben der Familie teilhaben lässt, was auch dadurch erreicht wird, dass Nebensächlichkeiten nicht ausgeblendet werden, sondern im wahrsten Sinne des Wortes zur (oft deftigen) Sprache kommen und dadurch ein detaillierter Einblick in die irische Alltagskultur gewährt wird. Doyle selbst bemerkte dazu, das Leben seiner Figuren sei hart und die Sprache roh, aber auch in dieser Leere gebe es noch Schönheit und Mitgefühl zu entdecken. 1993 erhielt der Autor den Booker Prize für seinen Roman »Paddy Clarke Ha Ha Ha« (1993; dt. »Paddy Clarke ha ha ha«, 1994). Wie der Titel bereits andeutet, etablierte sich Doyle als der wichtigste irische Vertreter des zeitgenössischen Comic Writing, wobei seine Figuren ihren Humor selbst in Krisenzeiten nicht einbüßen und diese dadurch überstehen, in ihrem Lachen aber immer auch der Widerhall des Abgrunds unter ihren Füßen zu hören ist. Spätere Werke gehen sowohl sprachlich als auch thematisch neue Wege. So spielt etwa der Roman »A Star Called Henry« (1999; dt. »Henry der Held«, 2000) im Dublin der zwanziger Jahre, und Doyles Erzählweise beschreibt nun auch das Umfeld der Protagonisten und gibt Einblick in deren Gedanken. 2013 stattete er in seinem Roman »The Guts« (dt. »Punk is Dad«, 2013) der Familie Rabbitte einen weiteren Besuch ab. Neben Kurzgeschichten und Theaterstücken schreibt Doyle auch Kinderbücher. Zuletzt erschienen in diesem Bereich die Erzählung »A Greyhound of a Girl« (2011; dt. »Mary, Tansey und die Reise in die Nacht«, 2012), eine zwischen den Figuren hin und her springende Geschichte über vier Generationen von Frauen, sowie das Kinderbuch »Brilliant« (2014; dt. »Alles super!«, 2015), in dem die Jagd auf einen mysteriösen »schwarzen Hund« eröffnet wird, der Dublin heimsucht. Mehrere seiner Werke wurden verfilmt.

2009 eröffnete Doyle dort das »Fighting Words«-Zentrum, das Kurse in Kreativem Schreiben für Kinder anbietet.

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