10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Masatsugu Ono  [ Japan ]

Biographie

Masatsugu Ono
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2015.

Bibliographie

Mizu ni Umoreru Haka

Japan, 2001

Nigiyakana wan ni seowareta fune

Asahi Shimbun Publications

Tokio, 2002

Shishiwatari-bana

Kodansha

Tokio, 2013

The Man Who Turned Into a Buoy

[In: Monkey Business 4]

The Nippon Foundation

Tokio, 2014

Kyūnen-mae no inori

Kodansha

Tokio, 2015

Masatsugu Ono wurde 1970 in Japan geboren. Nach einem Studium am College of Arts and Sciences der Universität von Tokio wurde Ono an der Universität von Paris VIII (Vincennes~– Saint-Denis) in Literatur promoviert. Neben seiner Arbeit als Dozent und Übersetzer für die französische (kreolische) Sprache und Literatur (Édouard Glissant, Marie NDiaye u.a.) an der Faculty of Letters der Meiji-Gakuin-Universität ist Ono auch selbst als Schriftsteller tätig.

Während andere japanische Autoren wie Haruki Murakami erfolgreich Geschichten im Kontext der Globalisierung schreiben, interessiert sich Ono für das vormoderne Japan, das in ländlichen Gegenden in Form von Dörfern, in denen nur noch ältere Menschen leben, überdauert hat. Angesichts einer alternden Gesellschaft fühle er sich wohl damit, durchaus mit eigenem Humor von diesen Menschen zu erzählen. 2001 gewann sein literarisches Debüt »Mizu ni Umoreru Haka« (Ü: Das wasserbedeckte Grab) den Asahi New Writers Award. In seinem mit dem Mishima-Yukio-Preis ausgezeichneten Roman »Nigiyakana wan ni seowareta fune« (2002; Ü: Das in der Bucht tanzende Boot) erweist sich Ono wie in vielen seiner Werken als Meister einer sich aus verschiedensten Kulturen zusammensetzenden Mischsprache. Hier setzt er sie ein, um von einer Siedlung auf einer Halbinsel zu erzählen, die im Zweiten Weltkrieg vor eine Entscheidung gestellt wurde, die in der Folge die Gemeinschaft bis in die Gegenwart spaltet. Nach weiteren Erzählungen wie »Mori no hazure de« (2006; Ü: Am Rand des Waldes) und »Maikurobasu« (2008; Ü: Mikrobus) veröffentlichte Ono 2013 den Roman »Shishiwatari-bana« (Ü: Der Löwentritt). Dieser schildert die mysteriösen Ereignisse eines Sommers im Leben der Waisen Takeru, der an den Geburtsort seiner Mutter zurückgeschickt wird. In dem Dorf macht er Bekanntschaft mit einem kleinen Wesen, das entweder ein Junge oder ein alter Mann sein könnte und sich selbst Bunji nennt. Die alte Mitsuko, bei der Takeru untergebracht wird, erzählt ihm, dass lange vor ihrer Zeit ein Junge mit diesem Namen plötzlich verschwand, als hätten ihn die Götter oder Dämonen geholt. Ein Fischer berichtet jedoch, er habe das Kind an der Spitze einer Landzunge gesehen, welche die Einheimischen den »Löwentritt« nennen. Ono gelingt das einfühlsame und lebendige Porträt eines Jungen, der den Verlust seiner Mutter verarbeitet, sowie eines Dorfs, in dem anscheinend alles passieren kann, ohne dass es als seltsam angesehen wird. 2014 steuerte der Autor die Kurzgeschichte »The Man Who Turned Into a Buoy« (Ü: Der Mann, der sich in eine Boje verwandelte) zur vierten Ausgabe des »Monkey Business«-Magazins für neue japanische Literatur bei. Im selben Jahr wurde er für den Geschichtenband »Kyunen-mae no inori« (2015; Ü: Ein Gebet vor neun Jahren) nach drei Nominierungen mit dem prestigeträchtigen Akutagawa-Preis gewürdigt.

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