10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Loïc Dauvillier  [ Frankreich ]

Biographie

Portrait Loic Dauvillier
© Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2015.

Bibliographie

La petite famille

[Ill: Marc Lizano]

Éditions de Tournon

Paris, 2004

Oliver Twist

[Ill: Olivier Deloye]

Éditions Delcourt

Paris, 2007

Das versteckte Kind

[Ill: Marc Lizano]

Panini Comics

Stuttgart, 2014

[Ü: Monja Reichert]

Das Attentat

[Ill: Glen Chapron]

Carlsen

Hamburg, 2013

[Ü: Ulrich Pröfrock]

Myrmidon sur l’île des pirates

[Ill: Thierry Martin]

Éditions de la Gouttiére

Amiens, 2015

www.loicdauvillier.com

Loïc Dauvillier wurde 1971 im französischen Cambrai geboren. 1996 gründete er den Verlag Charrette, der bis zum Jahr 2012 existierte, und verspürte bis dahin überhaupt keine Lust zu schreiben.

Erst 2004 veröffentlichte er sein erstes Werk »La petite famille« (Ü: Die kleine Familie; gemeinsam mit Marc Lizano). In diesem Comic für Kinder nähert er sich dem schwierigen Thema der Trauer. Bald folgten weitere Comicveröffentlichungen für Kinder und Jugendliche, darunter »Hugo et Cagoule« und »Mon copain secret«, sowie Comicadaptionen literarischer Werke wie Charles Dickens’ »Oliver Twist«, Jules Vernes »In achtzig Tagen um die Welt« oder Olivier Adams »Klippen«. Auch Geschichten für erwachsenes Publikum kommen in seinem Schaffen nicht zu kurz. Wie in seinen Werken für junge Leser kreisen sie um die komplexe Frage nach dem Wesen zwischenmenschlicher Beziehungen. Hervorzuheben ist sein gemeinsam mit Jérôme d’Aviau veröffentlichtes Werk »Inès«, in dem es um das sensible Thema der häuslichen Gewalt geht. Zwei seiner Werke sind vor Kurzem ins Deutsche übersetzt worden: Das erste ist ein Comic für Kinder und trägt den Titel »Das versteckte Kind«. In gemeinsamer Arbeit mit Marc Lizano und Greg Salsedo entstanden, erzählt der Band aus dem Leben eines französischen Mädchens jüdischer Herkunft während der Besatzung Frankreichs. Zum ersten Mal erzählt Dounia, die mittlerweile Großmutter geworden ist, ihrer Enkelin von ihrem Leben unter der deutschen Besatzung~– vom Tragen des Judensterns über die Verhaftung ihrer Eltern und die Flucht mit ihrer Nachbarin bis hin zu ihrer Rückkehr nach Paris. »Das versteckte Kind« nähert sich diesen Themen einfühlsam. Das Buch wurde im Juni 2015 mit dem Yad-Vashem-Preis für Jugendliteratur ausgezeichnet. Das zweite ins Deutsche übertragene Werk ist »Das Attentat« nach der Romanvorlage von Yasmina Khadra. Mit dem Zeichner Glen Chapron gelang Loïc Dauvillier eine intensive und kraftvolle Comicadaption. Der Arzt Amine Jaafari ist palästinensischer Araber mit israelischer Staatsbürgerschaft. Gemeinsam mit seiner Frau Sihem führt er in Tel Aviv ein unbeschwertes und friedliches Leben~– bis zu dem Tag, an dem seine geliebte Frau sich in einem Restaurant in Tel Aviv in die Luft sprengt. Amine muss nicht nur mit dem Tod seiner Frau leben, sondern auch mit der Tatsache, dass sie für ein so fürchterliches Attentat verantwortlich ist. Er beginnt, nach Antworten auf all seine Fragen zu suchen.

Momentan teilt Dauvillier seine Zeit zwischen dem Schreiben und der Arbeit an neuen Projekten auf. Gerade arbeitet er an einem Theaterstück für Kleinkinder bis vier Jahren sowie zwei Zeichentrickserien fürs Fernsehen (»Monsieur Lapin« und »Myrmidon«). In der ihm dann noch verbleibende Zeit widmet er sich dem Drehbuch für »Das versteckte Kind«, das als Animation in Spielfilmlänge umgesetzt werden wird.

[http://loicdauvillier.com/]

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