10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Leila Aboulela  [ Großbritannien, Sudan ]

Biographie

Aboulela
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2015.

Bibliographie

Die Übersetzerin

Lamuv

Göttingen, 2001

[Ü: Jutta Himmelreich]

Der Seele Raum geben

Lamuv

Göttingen, 2002

[Ü: Jutta Himmelreich]

Minaret

Black Cat / Grove / Atlantic

New York, 2005

Lyrics Alley

Orion

London, 2010

The Kindness of Enemies

Orion

London, 2015

Leila Aboulela wurde 1964 in Kairo, Ägypten, geboren und wuchs in Khartum im Sudan auf. Sie studierte Ökonomie und Statistik an der Universität Khartum sowie an der London School of Economics. 1990 zog sie nach Schottland, um in Aberdeen als Dozentin und wissenschaftliche Assistentin zu arbeiten. Während dieser Zeit begann sie zu schreiben. Identität, Religion und kulturelle Unterschiede wurden zu den Hauptthemen ihrer Werke. Sie selbst wuchs in einer interkulturellen Familie mit einer ägyptischen Mutter und einem sudanesischen Vater auf. Das Leben zwischen zwei Kulturen sowie zwischen Moderne und Tradition war für sie von Kindheit an eine prägende Erfahrung. In Großbritannien stieß sie dann auf großes Unverständnis gegenüber dem Islam und ihrer Heimat, was sie letztlich dazu inspirierte, genau diese Problematiken in ihren Geschichten aufzugreifen.1999 erschien ihr erster Roman »The Translator« (dt. »Die Übersetzerin«, 2001). Die Protagonistin Sammar, eine junge Witwe aus dem Sudan, arbeitet als Übersetzerin an der Universität Aberdeen. Auch sie gerät in den Konflikt zwischen der islamischen und der westlichen Welt, als sie eine Beziehung zu einem schottischen Mann eingeht. Sie bittet ihn, sie zu heiraten und zum Islam zu konvertieren. Trotz der Unterschiedlichkeit ihrer Kulturen bemüht sich die Protagonistin um die Übertragung und Pflege ihrer kulturellen Werte und wird so auch privat zur Übersetzerin zwischen den Welten. 2001 erschien Aboulelas Kurzgeschichtenband »Coloured Lights« (2001; dt. »Der Seele Raum geben«, 2002). Auch hierin thematisiert die Autorin aus der Sicht junger Frauen vor allem die Fremdheit zwischen den Kulturen. Der Band enthält unter anderem die Kurzgeschichte »The Museum«, für die Aboulela 2000 mit dem Caine Prize for African Writing ausgezeichnet wurde. In ihrem zweiten Roman »Minaret« (2005) geht es um eine junge Frau aus der sudanesischen Oberschicht, die nach einem Staatsstreich mit ihrer Familie ins Exil nach London verbannt wird und dort zu ihrem Glauben findet. Die Kernaussage des Buches lautet, dass das Bedürfnis einer Frau nach spiritueller Entwicklung ebenso dringlich ist wie das nach Familie, Liebe und Karriere. Ihr drittes Werk »Lyrics Alley« (2010; Ü: Gedichtepfad) ist inspiriert vom Leben ihres Onkels, des Dichters Hassan Awad Aboulela. Für die Geschichte einer einflussreichen Familie im Sudan der fünfziger Jahre erhielt Aboulela 2011 den Scottish Book of the Year Award. In ihrem jüngsten Roman »The Kindness of Enemies« (2015; Ü: Die Güte der Feinde) über den Dschihad, Sufismus, Loyalität und Identität recherchiert eine Professorin in Schottland über Imam Shamil, der im 19. Jahrhundert die Stämme des Kaukasus vereinte, um gegen die russischen Invasoren zu kämpfen.Die Autorin lebte einige Zeit in Jakarta, Dubai und Abu Dhabi und wohnt heute in Aberdeen, Schottland.

[http://www.leila-aboulela.com]

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