10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Archiv / Teilnehmer / / 2015 / Lance Olsen

Lance Olsen  [ USA ]

Biographie

ldw.olsen, lance_portrait_c_.jpg
© privat

Gast des ilb 2015.

Bibliographie

10:01

Iowa Review Web

2005

http://collection.eliterature.org/1/works/olsen

Anxious Pleasures

A Novel After Kafka

Shoemaker & Hoard

San Francisco, 2007

Head in Flames

Chiasmus Press

Portland, 2009

Calendar of Regrets

Fiction Collective Two

Tuscaloosa, 2010

Theories of Forgetting

Fiction Collective Two

Tuscaloosa, 2014

Lance Olsen wurde 1956 im amerikanischen New Jersey geboren. Zu seinen akademischen Abschlüssen zählen ein Bachelor of Arts an der Universität von Wisconsin-Madison (1978), ein Master of Fine Arts durch einen Iowa Writers’ Workshop (1980) sowie ein Master of Arts (1982) und seine Promotion (1985) an der University of Virginia. Olsen lehrte danach an verschiedenen amerikanischen Universitäten, darunter zehn Jahre an der University of Idaho. Auslandssemester und Reisestipendien wie das Fulbright-Programm führten ihn aber auch nach London sowie ins finnische Turku. 2002 übernahm er den Vorsitz des Verwaltungsrats des Fiction Collective Two, eines unabhängigen Verlags, der seit seiner Gründung 1974 innovative Literatur herausbringt. An der University of Utah unterrichtet Olsen seit 2007 experimentelle Narration in Theorie und Praxis.

Zu seinem breiten literarischen Werk zählen elf Romane, ein Hypertext, vier Sammlungen von Kurzgeschichten, ein Gedichtband und zwei Anti-Lehrbücher über experimentelles Schreiben. Texte von ihm erschienen in zahlreichen Magazinen und Anthologien wie »Fiction International«, »Iowa Review« und »Best American Non-Required Reading«. Bekannt wurde Olsen durch seine fiktionalen Biografien wie »Nietzsche’s Kisses« (2006; Ü: Nietzsches Küsse) und »Head in Flames« (2009; Ü: Kopf in Flammen), für die er ausführliche historische Recherchen betreibt. Bei letztgenanntem Titel handelt es sich um einen Collageroman, der drei historische Personen abwechselnd zu Wort kommen lässt. Während Vincent van Gogh im Juli 1890 darüber nachdenkt, ob er Selbstmord begehen soll oder nicht, ist auch von Theo van Gogh die Rede, dessen Weg zur Arbeit an dem Tag beschrieben wird, als er wegen eines Kurzfilms, in dem die muslimische Unterdrückung der Frau kritisiert wird, von Mohammed Bouveri ermordet wird. Der Attentäter äußert sich ebenfalls. Der Effekt dieser Komposition ist beinahe eher musikalisch als narrativ. Eine Rezension nannte »Head in Flames« zudem ein »wichtiges Buch«, dessen wahrer Erfolg nicht in der Kritik an den vielen Formen der Intoleranz zu finden sei, sondern in seiner Bekräftigung der Kunst als Erlösung. 2005 wurde eine hypermediale Version von Olsens Roman »10:01«, die in Zusammenarbeit mit dem Künstler Tim S. Guthrie entstanden war und den Originaltext von einem vorwiegend zeitlichen in ein räumliches Leseerlebnis überführte, vom Iowa Review Web ins Netz gestellt. Zahlreiche Mini-Erzählungen in verschiedenen Stilen und Genres ermöglichen dabei einen Einblick in die Gedanken von fast fünfzig Kinobesuchern zehn Minuten vor Filmbeginn. An seinem jüngsten Werk »Theories of Forgetting« (2014; Ü: Theorien des Vergessens) arbeitete Olsen 2013 auch im Rahmen eines Fellowship an der Berliner Amerikanischen Akademie.

Der Autor lebt in Utah.

[http://www.lanceolsen.com]

abgelegt unter: