10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Archiv / Teilnehmer / / 2015 / Kevin Barry

Kevin Barry  [ Irland ]

Biographie

Kevin Barry Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2015.

Bibliographie

There are Little Kingdoms

Stinging Fly Press

Dublin, 2007

Dark Lies the Island

Jonathan Cape

London, 2012

Town and Country

New Irish Short Stories

Faber and Faber

London, 2013

Dunkle Stadt Bohane

Tropen

Stuttgart, 2015

[Ü: Bernhard Robben]

Kevin Barry

Kevin Barry wurde 1969 in Limerick, Irland, geboren. Einen Großteil seiner Jugend verbrachte er auf Reisen, die ihn u.a. nach Santa Barbara, Barcelona und Liverpool führten. In Cork arbeitete Barry als freiberuflicher Journalist und schrieb eine Kolumne für den »Irish Examiner«. In dieser Zeit zog er sich für sechs Monate in einen Wohnwagen zurück, um in Ruhe schreiben zu können, war mit dem dabei entstandenen Roman aber nicht zufrieden. Der Ehrgeiz des selbst ernannten »rasenden Egomanen« zeigt sich auch in seiner Aussage, er werde nicht eher glücklich sein, bis er den Literaturnobelpreis erhalten habe.

2007 gewann Barry den Rooney Prize for Irish Literature für seine Kurzgeschichtensammlung »There Are Little Kingdoms« (Ü: Dort sind kleine Königreiche), die im selben Jahr erschienen war. Erzählungen von ihm wurden danach auch in dem Magazin »The New Yorker« sowie in der Anthologie »The Granta Book of the Irish Short Story« (2012; Ü: Das Granta Buch der Irischen Kurzgeschichte) publiziert. 2011 veröffentlichte Barry mit »City of Bohane« (dt. »Dunkle Stadt Bohane«, 2015) seinen ersten Roman. Im Jahr 2053 herrschen Gewalt und Chaos in einer einst bedeutenden Siedlung an der irischen Westküste, in der sich der Boss einer Gang nicht nur mit einem alten Erzfeind, sondern auch mit Intrigen in den eigenen Reihen auseinandersetzen muss. Barry versteht es dabei, Zukunft und Vergangenheit ineinanderzuschichten und so ein gleichzeitig futuristisches wie nostalgisches Szenario zu entwerfen. Handys und Computer existieren nicht in dieser Welt, dafür aber Briefe als Mittel der Kommunikation. Der »Kölner Stadt-Anzeiger« bemerkte hierzu in einer Kritik: »Das Geflecht aus Intrigen und Verrat erinnert eher an eine Brecht/Weill-Oper als einen Roman aus dem 21.Jahrhundert. Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral. Barrys Roman fällt komplett aus der Zeit.« Für seinen Erstling erhielt der Schriftsteller neben dem Authors’ Club Best First Novel Award auch den hochdotierten International IMPAC Dublin Literary Award und setzte sich damit gegen literarische Hochkaräter wie Haruki Murakami und Michel Houellebecq durch. Der Oberbürgermeister der irischen Hauptstadt und Schirmherr des Preises, Naoise Ó Muirí, begründete diese Entscheidung u.a. mit Barrys gelungener Charakterzeichnung: extravagant und heimtückisch sowie mit einem unverwechselbaren Jargon. Die »Montreal Gazette« beschrieb den Schriftsteller dagegen als das, was wohl herauskäme, wenn sich Roddy Doyle und Nick Cave zusammen fortpflanzen könnten. 2013 erschien mit »Dark Lies the Island« (Ü: Dunkel liegt die Insel) ein zweiter Kurzgeschichtenband, der Barry im selben Jahr den Edge Hill University Short Story Prize einbrachte. Ebenfalls 2013 gab er die Anthologie »Town and Country: New Irish Short Stories« (Ü: Stadt und Land: Neue irische Kurzgeschichten) heraus.

Der Autor lebt in Dublin.