10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Archiv / Teilnehmer / / 2015 / Joanna Bator

Joanna Bator  [ Polen ]

Biographie

Joanna Bator
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2015.

Bibliographie

Japoński wachlarz

Twój Styl

Warschau, 2004

Sandberg

Suhrkamp

Berlin, 2011

[Ü: Esther Kinsky]

Ciemno, prawie noc

W.A.B.

Warschau, 2012

Wolkenfern

Suhrkamp

Berlin, 2013

[Ü: Esther Kinsky]

Wyspa łza

Znak

Krakau, 2015

Joanna Bator wurde 1968 in Wałbrzych, Polen, geboren und studierte Kulturwissenschaften sowie Philosophie in Wrocław (Breslau). Nach ihrer Promotion mit einer Arbeit über »Feminismus, Postmoderne und Psychoanalyse« arbeitete sie an der Polnischen Akademie der Wissenschaften und lehrte Philosophie sowie Kulturwissenschaften an Universitäten in Warschau, New York, London und Tokio. Neben akademischen Texten schrieb Bator Beiträge für die »Gazeta Wyborcza«.

Die Erfahrungen, die sie im Rahmen eines mehrjährigen Aufenthalts in Japan zu Papier gebracht hatte, veröffentlichte sie 2004 in dem Essayband »Japoński wachlarz« (Ü: Japans Fan). Ihre Einführung in die japanische Kultur und deren Gebräuche entwickelte sich zu einem Klassiker, der u.a. 2005 mit dem Beata-Pawlak-Preis geehrt wurde. 2014 folgte »Rekin z Parku Yoyogi« (Ü: Der Hai vom Yoyogi-Park), ein Essay-Band ebenfalls mit Japan-Bezug. Auch ihre zweiteilige, sich über mehrere Jahrzehnte erstreckende Romanserie über ihre Geburtsstadt »Piaskowa Góra« (2009; dt. »Sandberg«, 2011) und »Chmurdalia« (2010; dt. »Wolkenfern«, 2013) sorgte international für Aufsehen. Die Geschichte, die als Familiensaga beginnt, befreit sich im Lauf der Erzählung nicht nur von den Zwängen dieses Genres, sondern überschreitet als Epos auch Grenzen von Zeit und Raum, als die Hauptfigur Dominika ihre Heimat, den »Sandberg«, hinter sich lässt auf der Suche nach der bereits im ersten Roman entwickelten Utopie eines fantastischen Ortes namens »Wolkenfern«. Durchgehend erhalten bleiben dabei sowohl Bators Sinn für Humor als auch ihre Angewohnheit, Figuren aus der Perspektive einer Wissenschaftlerin zu beschreiben, ohne dabei einem akademischen Sprachduktus zu verfallen. 2012 erschien der Roman »Ciemno, prawie noc« (Ü: Dunkel, fast Nacht), der ebenfalls in Wałbrzych spielt, in dem die Protagonistin, eine Reporterin namens Alicja Tabor, aber diesmal im Zuge von Recherchen zum mysteriösen Verschwinden dreier Kinder nicht nur mit ihrer düsteren Familiengeschichte, sondern auch mit seltsamen Ereignissen konfrontiert wird, die ihren Ursprung in der Legende einer verfluchten Prinzessin haben könnten. Bator vermischt erneut Genres wie Schauer- und die Kriminalroman, gleitet dabei aber nie ins Lächerliche oder Ironische ab, sondern erforscht ernsthaft die Mechanismen einer Welt, die vom Bösen durchdrungen ist, da die Dämonen der Geschichte in jedem Moment erwachen können.

2013 erhielt Bator für dieses Buch die Nike, den wichtigsten polnischen Literaturpreis. Ein Jahr später übernahm sie die Friedrich Dürrenmatt Gastprofessur für Weltliteratur an der Universität Bern. Die Autorin, die zuletzt den Roman »Wyspa łza« (2015; Ü: Träneninsel) publizierte, lebt in zurzeit Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD in Berlin.

abgelegt unter: