10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Archiv / Teilnehmer / / 2015 / Jenny Jägerfeld

Jenny Jägerfeld  [ Schweden ]

Biographie

Jenny Jägerfeld Portrait
© Henric Lindsten

Gast des ilb 2015.

Bibliographie

Hål i huvudet

Gilla Böcker

Stockholm, 2006

Paris Surprise

[E-Book]

Oetinger

Hamburg, 2013

[Ü: Katrin Frey]

Der Schmerz, die Zukunft, meine Irrtümer und ich

Hanser

München, 2014

[Ü: Birgitta Kicherer]

Ich bin ja so verdammt easy going

Hanser

München, 2015

[Ü: Birgitta Kicherer]

www.jennyjagerfeld.se

Jenny Jägerfeld wurde 1974 in Skärblacka, Schweden, geboren und studierte u.a. Philosophie und Psychologie. Heute leitet sie eine psychologische Praxis in Stockholm und arbeitet auch als Journalistin und Lektorin für Fachbücher und Zeitschriften. Im Stockholmer Kulturhaus verantwortet die Autorin zudem die Veranstaltungsreihe »Psychologen lesen Bücher«, seit 2013 ergänzt um das Format »Psychologen gehen ins Theater«.

2006 gab Jägerfeld ihr literarisches Debüt mit dem Roman »Hål i huvudet« (Ü: Loch im Kopf). Darin erzählt sie die Geschichte der zwanzigjährigen Minou, deren Freund Isaac eines Tages, als sie nach Hause kommt, per Audiokassette mit ihr Schluss macht, da er weiß, dass sie ihn sonst nicht gehen ließe. Verwirrt und unglücklich reist Minou daraufhin nach Spanien, um nicht nur über die unpersönliche Art und Weise des Endes ihrer Beziehung, sondern gleich ganz über Isaac hinwegzukommen. Schwedische Kritiken lobten die gelungene Balance zwischen Tragik und Humor sowie zwischen drastischen und rührenden, aber immer genauen Beschreibungen der Stationen in der Gefühlsachterbahn der Protagonistin. 2010 folgte der Jugendroman »Här ligger jag och blöder« (dt. »Der Schmerz, die Zukunft, meine Irrtümer und ich«, 2014), den die Autorin auch Erwachsenen ans Herz legte und für den sie 2010 mit dem Augustpreis sowie 2014 mit dem Luchs des Monats August von der »Die Zeit« und Radio Bremen geehrt wurde. Das Buch handelt von Maja, die sich mit der Stichsäge die Daumenspitze absägt und nach diesem Unfall ihre Identität zu hinterfragen beginnt. Leidet sie wie ihre Mutter am Asperger-Syndrom, und hat sie sich daher selbst verletzt? Ist diese Krankheit auch der Grund dafür, dass sie sich nicht vorstellen kann, dass ein cooler Typ wie Justin sich in sie verliebt? In einer Mischung aus Liebesgeschichte und Psychothriller, geschrieben in einer lebendigen und zeitgenössischen Sprache und mit oft bissigem Humor, zeichnet Jägerfeld die Höhen und Tiefen der ersten Liebe sowie die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens nach. Nachdem sich die Autorin 2012 bereits an der kollektiven Kurzgeschichtensammlung »Avståndet mellan« (Ü: Der Abstand dazwischen) beteiligt hatte, wurde im selben Jahr ein erotischer Text von ihr in die Anthologie »Het« (dt. »Verdammt heiß«, 2013; Jägerfelds Geschichte ist separat als E-Book unter dem Titel »Paris Surprise« erhältlich) aufgenommen. 2013 erschien mit »Jag är ju så jävla easy going« (dt. »Ich bin ja so verdammt easy going«, 2015) ihr dritter Roman. Die schwedische Zeitung »Göteborgs« schrieb dazu, auch auf die Geschichte der hyperaktiven 18-jährigen Johanna, die ihre Umwelt mit drastischer Sprache beschreibt, lasse sich die Begründung der Jury für die Verleihung des Augustpreises anwenden: dass Jägerfeld nämlich ein psychologisches Porträt mit Glaubwürdigkeit im Ausdruck vorgelegt habe.

Jägerfeld lebt in Stockholm.

abgelegt unter: