10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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E. C. Osondu  [ Nigeria, USA ]

Biographie

Osondu
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2015.

Bibliographie

A Letter from Home

Agni

2006

www.bu.edu/agni/fiction/online/2006/osondu.html

Jimmy Carter’s Eyes

Agni

2006

www.bu.edu/agni/fiction/online/2006/osondu-jimmy.html

Waiting

»Guernica«, 2009

www.guernicamag.com/fiction/waiting

Voice of America

HarperCollins

New York, 2010

Epaphras Chukwuenweniwe Osondu wurde in Nigeria geboren, wo er längere Zeit als Werbetexter arbeitete. Vom Leser, der in seiner Kindheit Bücher wie H. Rider Haggards Abenteuerroman »King Solomon’s Mines« und Cyprain Ekwensis »An African Nights Entertainment« verschlang, über erste Gedichte begann Osondu schließlich damit, eigene Kurzgeschichten zu schreiben. Wie bei seinen literarischen Vorbildern steht dabei der Plot im Vordergrund. Bereits während seiner Arbeit als Werbetexter, die ihn darin schulte, die Aufmerksamkeit des Lesers sofort zu packen, war Osondu nicht nur als Autor und Verleger aktiv, sondern engagierte sich auch im Verband Nigerianischer Autoren. Ausschlaggebend dafür, dass er seine literarische Karriere ernsthafter verfolgte, war seiner Aussage nach das Internet, das es ihm nicht nur ermöglichte, die Werke von Autoren aus Nigeria und der ganzen Welt zu lesen und mehr über Kurse zu Kreativem Schreiben zu erfahren, sondern auch einen viel größeren Kreis an Lesern für seine eigenen Kurzgeschichten zu erreichen.

Seine Erzählung »A Letter from Home« (Ü: Ein Brief von zu Hause) wurde schließlich 2006 zu einer der zehn besten im Internet veröffentlichten Geschichten gekürt. Nachdem Osondu es 2007 mit seinem Prosatext »Jimmy Carter’s Eyes« (Ü: Jimmy Carters Augen) bereits bis ins Finale des Caine-Preises für Afrikanische Literatur geschafft hatte, gewann er 2009 diesen »afrikanischen Booker-Preis« für seine Kurzgeschichte »Waiting« (Ü: Warten). Wie viele seiner Erzählungen, die in Journalen wie »Agni«, »Vice«, »Fiction« und »The Atlantic« publiziert wurden, erschien »Waiting« 2008 zunächst in dem Magazin »Guernica«. Die Geschichte beschreibt das Leben in einem Flüchtlingscamp aus der Sicht eines Kindes und wurde von der Herausgeberin Meakin Armstrong dafür gelobt, auf literarische Spielereien zu verzichten und sich dafür darauf zu konzentrieren, dem Leser durch die Dichte der Erzählung eine Welt näherzubringen, die für die meisten unvorstellbar sei. Nachdem Osondu 2008 schon Fellow der Syracuse University in New York im Bereich Kreatives Schreiben gewesen war, brachte ihm der Caine-Preis 2009 auch einen Monatsaufenthalt an der Georgetown University in Washington D.C. ein. Im selben Jahr wurde seine Kurzgeschichtensammlung »Voice of America« Teil einer Anthologie zeitgenössischer afrikanischer Schriftsteller, bevor sie 2010 auch als eigenständiges Werk veröffentlicht wurde. Die Kurzgeschichten darin spielen sowohl in Amerika als auch in Afrika und beschäftigen sich in vielen Fällen mit der Diskrepanz zwischen den Hoffnungen afrikanischer Auswanderer und der Realität, die sie in den Vereinigten Staaten erwartet.

Seit 2004 lebt Osondu in den USA und lehrt am Providence College als außerordentlicher Professor u.a. Kreatives Schreiben.

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