10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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David Foenkinos  [ Frankreich ]

Biographie

David Foenkinos
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2015.

Bibliographie

Inversion de l’idiotie

De l’influence de deux Polonais

Gallimard

Paris, 2002

Unsere schönste Trennung

C. H. Beck

München, 2010

[Ü: Christian Kolb]

Nathalie küsst

C. H. Beck

München, 2011

[Ü: Christian Kolb]

Zum Glück Pauline

C. H. Beck

München, 2013

[Ü: Christian Kolb]

Charlotte

Deutsche Verlags-Anstalt

München, 2015

[Ü: Christian Kolb]

https://twitter.com/DavidFoenkinos

David Foenkinos wurde 1974 in Paris geboren und studierte dort an der Sorbonne Literatur sowie Jazzmusik am Centre d’informations musicales, um danach als Gitarrenlehrer und in den Presseabteilungen verschiedener Verlage zu arbeiten.

Seine schriftstellerische Laufbahn begann 2002 mit dem Roman »Inversion de l’idiotie. De l’influence de deux Polonais« (Ü: Inversion der Idiotie. Über den Einfluss der zwei Polen), der mit dem Prix François-Mauriac ausgezeichnet wurde. Dass die im Untertitel genannten Figuren wie auch andere Elemente– so das Interesse der Frauenfiguren an der deutschen Sprache~– in späteren Werken immer wieder auftauchen, stellt dabei eines der Markenzeichen des Autors dar. Ebenfalls Erwähnung in vielen Romanen von Foenkinos findet das Buch »La Belle du Seigneur« (1968; dt. »Die Schöne des Herrn«, 1983) des Schriftstellers Albert Cohen, dessen philosophisch-ironische Betrachtungen der Phänomene Liebe und Leidenschaft sowie dessen literarische Erhöhung der Frau Foenkinos merklich beeinflussten. Als weitere Vorbilder nennt Foenkinos selbst u.a. Philip Roth, Milan Kundera und Woody Allen. Während sich Stil und Plots früherer Geschichten durch ein hohes Tempo sowie ihre Skurrilität auszeichnen, wenn auf Romantik jäh Desillusion folgt und die menschliche Sehnsucht nach Liebe entzaubert wird, schlägt Foenkinos ab »Nos séparations« (2008; dt. »Unsere schönste Trennung«, 2011) melancholischere Töne an. Eine in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« veröffentlichte Rezension dieses Romans hob zudem dessen Leichtigkeit und Selbstironie hervor wie auch die Sprachverliebtheit des Autors, die sich in der Profession des Protagonisten, eines Wort-Forschers, widerspiegele– wie bei männlichen Figuren von Foenkinos üblich, gleichzeitig ein etwas ungeschickter, aber sympathischer Held. 2009 erschien der Roman »La délicatesse« (dt. »Nathalie küsst«, 2011), vom Autor selbst als eine moderne Mischung aus »Dornröschen« und »Die Schöne und das Biest« charakterisiert, die zum Bestseller avancierte sowie zwei Jahre später von Foenkinos zusammen mit seinem Bruder Stéphane verfilmt wurde, wobei die französische Schauspielerin Audrey Tautou die Hauptrolle übernahm. 2014 war er am Drehbuch zu einer Adaption seines Romans »Les souvenirs« (2011; dt. »Souvenirs«, 2012) beteiligt. Sein aktueller Roman »Charlotte« (2014; dt. 2015) erzählt das Leben der deutsch-jüdischen Malerin Charlotte Salomon, das er u.a. auf Grundlage eines von ihr gemalten Zyklus rekonstruiert. Nach einer französischen Kritik geht Foenkinos dabei so behutsam mit diesem Schatz an Erinnerungen um, als wäre Charlotte Salomon seine Schwester, seine Mutter oder gar seine Geliebte. Für dieses Werk wurde der Schriftsteller 2014 mit dem Prix Renaudot sowie dem Prix Goncourt des lycéens ausgezeichnet.

Foenkinos schreibt zudem Theaterstücke und ist seit 2008 Kolumnist bei dem Magazin »Psychologies«. Er lebt in Paris.

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