10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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William Sutcliffe  [ Großbritannien ]

Biographie

William Sutcliffe Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2014.

Bibliographie

Mein Freund, der Guru und ich Droemer Knaur München, 1999 [Ü: Axel Henrici]

Der Gott unter der Dusche Droemer Knaur München, 2000 [Ü: Axel Henrici]

Achtung, Mama ante portas Blanvalet Berlin, 2008 [Ü: Ann Lecker-Chewiwi]

Der Zirkus der Diebe und die lausige Lotterie [Ill: David Tazzyman] [Dt. Ill.: Iacopo Bruno] SauerländerFrankfurt a. M., 2014 [Ü: Sibylle Schmidt]

Auf der richtigen Seite rotfuchsHamburg, 2014 [Ü: Christiane Steen]

William Sutcliffe wurde 1971 in London geboren. Bereits im Alter von 16 Jahren, nachdem er Ian McEwans Roman »The Cement Garden« (1978; dt. »Der Zementgarten«, 1980) gelesen hatte, wollte er Schriftsteller werden. Sutcliffe studierte Englisch an der Cambridge University und schrieb verschiedene Texte für den dortigen Footlights Dramatic Club, aus dem u.~a. die Komikergruppe Monty Python hervorging.

Nach Abschluss seines Studiums brachte er seinen ersten Roman »New Boy« (1996; dt. »Der Gott unter der Dusche«, 2000) heraus, eine klug beobachtete und humorvoll geschriebene Geschichte über den Alltag in der Schule in Margaret Thatchers Großbritannien. Sutcliffes zweiter Roman »Are You Experienced?« (1997; dt. »Mein Freund, der Guru und ich«, 1999) wurde ein internationaler Erfolgt. Das Buch erzählt von einer Gruppe junger Briten, die als Backpacker nach Indien reisen. Sutcliffe weiß genau, wie die britische Jugend denkt und sich ausdrückt, und ihm ist außerdem bewusst, dass Reisen per se nicht bildet oder bewusstseinserweiternd wirkt. Seine ebenso zynische wie erfrischende Abrechnung mit den Vorstellungen der Backpacker-Community vom Reisen wurde nicht nur unter Backpackern zum Kultroman. »The Wall« (2013; dt. »Auf der richtigen Seite«, 2014), Sutcliffes erster Roman für Teenager, erzählt von dem 13-jährigen Joshua, welcher in der von einer hohen Mauer umgebenen fiktiven Stadt Amarias lebt, die den israelischen Siedlungsgebieten der West Bank ähnelt. Ihm wurde beigebracht, dass sich im Land auf der anderen Seite der Feind befindet. Doch dann findet er, nachdem er einenTunnel entdeckt hat, heraus, dass diese Welt anders ist, als er erwartet hatte. »The Wall« ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die Themen wie radikalen Fanatismus und religiöse Verblendung literarisch dicht in die Handlung einwebt und keine vorschnellen Antworten auf komplexe Fragen gibt. Auf Anregung seiner Frau schrieb Sutcliffe den Kinderroman (8–12 Jahre) »Circus of Thieves and the Raffle of Doom« (2014; dt. »Der Zirkus der Diebe und die lausige Lotterie«, 2014), die Geschichte von Hannah, die einem Zirkus voller Verbrecher das Handwerk legen muss. Das Buch ist randvoll mit schrulligen, großartig gezeichneten Charakteren und steht in der Tradition der überdrehten, schwarzhumorigen Geschichten Roald Dahls oder Dr. Seuss’. Auch formal beeindruckt das Buch durch die wilden Illustrationen David Tazzymans, das gewitzte Spiel mit Fußnoten und die direkte Anrede des Lesers.

Sutcliffe verfasste bislang sieben Romane, davon zwei für junge Leser. Sein Werk wurde in 25 Sprachen übersetzt. 2014 wurde er für die renommierte Carnegie Medal nominiert. Sutcliffe lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Edinburgh.

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