10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Stefano Ricci  [ Italien ]

Biographie

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© Stefano Ricci

Gast des ilb 2014.

Bibliographie

Dottori

Metrolibri

Bologna, 1994

Tufo

[Zus. mit Philippe de Pierpont]

Amok

Paris, 1996

anita

Freon

Brüssel, 1998

Avant

Berlin, 1998

Depositonero

Freon

Brüssel, 1999–2005

Die Geschichte des Bären

Avant

Berlin, 2014

www.mamiverlag.de

Stefano Ricci, geboren 1966 in Bologna, lebt und arbeitet als Künstler und Hochschuldozent in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Italien. Mitte der Neunziger gründete Ricci mit Giovanna Anceschi die Comiczeitschrift »Edition Mano« und betreute die zugehörige Galerie.

Seit 1985 erarbeitet Ricci Zeichnungen, Gemälde, Illustrationen, Comics, Tanzperformances und Filme, viele seiner Werke überschreiten die herkömmlichen Grenzen der Genres. Ricci benutzt für seine Bilder unterschiedlichste Materialien, von Ölpastellkreide, Bleistift, Klebeband, Leimstift und Transparentpapier bis zu Wasserfarbe und Spray. Seine freien und doch erzählerischen Arbeiten, die durch vielschichtige, reliefartige Oberflächen geprägt sind, wurden international veröffentlicht: als Comics, als Plakate für Theater und Film. Der Künstler hat zudem seit den achtziger Jahren zahlreiche Illustrationen und Comics in Wochenzeitungen und Magazinen publiziert. Seine erste Buchveröffentlichung war 1994 der Band »Dottori«. Im Bereich Comics veröffentlichte er, neben einigen Kurzgeschichten, 1996 das Album »Tufo«, geschrieben von Philippe de Pierpont, welches auch ins Deutsche und ins Französische übersetzt wurde und 1997 auf dem Comicfestival von Angoulême präsentiert und für den Prix International de la Bande Dessinée di Bruxelles nominiert wurde. Für das Magazin »Glamour« schuf Ricci zusammen mit Gabriella Giandelli die grafische Fortsetzungsgeschichte »anita«, welche ab 1998 als Buch in Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland publiziert wurde. In einer Art privatem Tagebuch lassen Giandelli und Ricci das Leben einer jungen Frau Revue passieren. »Die poetische Einsamkeitsstudie sticht mit ihrem pastosen Farbauftrag aus der eher grafischen Comiclandschaft hervor«, lobte der »Tagesspiegel«. Indem Ricci Acetatplatten auf Pappe klebe, um seinen flächigen Farbschichten plastische Wirkung zu verleihen, entstehe »ein Comic aus Gemälden«. Und die »NZZ« schrieb, Ricci habe sich »in den expressionismusnahen Stil des deutschsprachigen Comic-Schaffens verliebt, wenn seine Fantasien sich teilweise auch noch reduzierter, noch fragmentierter, abstrakter als die seiner Kollegen ausnehmen«. Riccis jüngste grafische Erzählung »Die Geschichte des Bären« (dt. 2014) ist, ausgehend von der Jagd auf den 2006 im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet umherstreunenden Braunbären Bruno, eine Fabel über unsere Gesellschaft, die Autobiografisches, Fiktives und eine tragische Familiengeschichte verbindet.

Stefano Ricci hat einen Lehrauftrag an der Fakultät Design, Medien und Information der Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Außerdem ist er Dozent für Comic an der Universität Udine in Italien und betreibt mit seiner Frau, der Künstlerin Anke Feuchtenberger, den Mami-Verlag.

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