10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Mukoma Wa Ngugi  [ Kenia, USA ]

Biographie

Portrait Mukoma Wa Ngugi
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2014.

Bibliographie

Engel im Schnee

Rowohlt

Reinbek, 1997

[Ü: Thomas Gunkel]

Das Glück der Anderen

Rowohlt

Reinbek, 2000

[Ü: Thomas Gunkel]

Abschied von Chautauqua

Rowohlt

Reinbek, 2005

[Ü: Thomas Gunkel]

Emily, allein

Rowohlt

Reinbek, 2011

[Ü: Thomas Gunkel]

Die Chance

Rowohlt

Reinbek, 2014

[Ü: Thomas Gunkel]

http://stewart-onan.com

Mũkoma wa Ngũgĩ wurde 1971 in Evanston, Illinois, als Sohn des renommierten kenianischen Schriftstellers Ngũgĩ wa Thiong’o geboren. Aufgewachsen in Kenia, kehrte er später wieder in die USA zurück, wo er Politikwissenschaft am Albright College und kreatives Schreiben an der Boston University studierte sowie anschließend an der University of Wisconsin–Madison promovierte. Als Assistant Professor lehrt Ngũgĩ derzeit an der renommierten Cornell University. Zudem wirkt er als Koordinator der Organisation »Toward an Africa without Borders«.In der luziden und zugleich polemischen Analyse »Conversing with Africa« (2003; Ü: Gespräch mit Afrika) erörtert er die Dilemmata des afrikanischen Kontinents~– von Armut über Despotien bis hin zu den Restriktionen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds~– und zeigt auf, wie sehr gemeinschaftliche, übergreifende Lösungen vonnöten sind. Mit eindrücklichen poetischen Bildern und Figuren kontrastiert der Lyrikband »Hurling Words at Consciousness« (2006; Ü: Dem Bewusstsein Wörter entgegenschreien) soziale Ungerechtigkeiten und Details eines präzis beobachteten amerikanischen Alltags. Ebenso rasant wie stilsicher liest sich »Nairobi Heat« (2008; dt. 2014) wiederum als afrikanische Variation des Hardboiled-Kriminalromans. Mit der Figur des Detektivs Ishmael Fofona kreierte Ngũgĩ einen differenzierten Erzähler, dessen multikulturelle Identität dem politisch aufgeladenen Whodunit eine ganz eigene Perspektive verleiht. Zwischen Wisconsin und Nairobi ermittelt er in einem Mordfall, der bis zum Ruandischen Genozid zurückzureichen scheint. Die Fortsetzung »Black Star Nairobi« (2013; auch: »Finding Sahara«; dt. 2015) setzt im Dezember 2007 an: Ethnische Gewaltausbrüche überschatten die kenianischen Präsidentschaftswahlen. Ein mysteriöser Todesfall scheint mit dem Bombenanschlag auf ein Hotel verbunden zu sein; und unterdessen fällt der Blick immer wieder auf den anderen Kontinent, wo Barack Obama gerade um Stimmen kämpft. Abermals gelingt es Ngũgĩ, durch das Prisma des tradierten Genres einen ebenso individuellen wie aktuellen Blick auf politische Machtverhältnisse und postkolonialen Rassismus zu werfen.Als Kolumnist verfasste Ngũgĩ Beiträge für das Magazin »BBC Focus on Africa«. Zudem war er Redakteur der »Pambazuka News«, eines panafrikanischen E-Mail-Newsletters, der über aktuelle politische Geschehnisse informiert und sich für soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte engagiert. Seine politischen Essays und Kolumnen wurden u.~a. in »The Guardian«, »Los Angeles Times«, »International Herald Tribune«, »Radical History Review«, »South African Labour Bulletin«, »Black Commentator« sowie den kenianischen Tageszeitungen »The EastAfrican« und »Daily Nation« publiziert. Gedichte und Kurzgeschichten erschienen in Magazinen wie »Tin House«, »Kwani?«, »Kenyon Review«, »Brick«, »New York Quarterly«, »St. Petersburg Review« und »Chimurenga«. Ngũgĩ lebt in Norwalk, Connecticut.

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