10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Martin Baltscheit  [ Deutschland ]

Biographie

Martin Baltscheit Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2014.

Bibliographie

ValeriusVom Index bedroht [Zus. mit Christian Schnalke] CarlsenHamburg, 1991

Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte BajazzoZürich, 2002

Ich und die Kanzlerin BojeKöln, 2009

Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor BloomsburyBerlin, 2010

Die besseren Wälder Beltz & GelbergWeinheim, 2013

www.baltscheit.de

Martin Baltscheit wurde 1965 in Düsseldorf geboren. In Essen studierte er Kommunikationsdesign an der Folkwangschule für Gestaltung und ist heute als Autor und Illustrator vielfach ausgezeichneter Bücher, außerdem als Autor von Hörspielen und Theaterstücken sowie als Sprecher tätig.

Sein Debüt als Buchautor gab er 1991 mit dem Comic »Valerius – Vom Index bedroht«, gefolgt von bis heute über vierzig weiteren Büchern, in denen sich Baltscheits große Themen- und Formenvielfalt zeigt. In seinem Bilderbuch »Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte« (2002) erzählt er von einem verliebten Raubkater und dessen Suche nach den richtigen Worten für einen Liebesbrief an die von ihm verehrte Löwendame. Text und Bild ergänzen sich stimmig und vermitteln Themen wie Individualität, Anderssein und die Bedeutung des Lernens. In seinem Jugendroman »Ich und die Kanzlerin« (2009) erzählt Baltscheit die fiktive Geschichte der 14-jährigen Jasmin Behringer während ihrer Zeit als Praktikantin im Kanzleramt. In erfrischendem Ton entwirft er ein aufschlussreiches Bild des Politikverständnisses junger Menschen in der Gegenwart. »Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor« (2010) erzählt von einem alten Fuchs, der zunächst nur Unwichtiges, dann aber auch Wichtiges vergisst und sich bald nicht mehr in seiner Welt zurechtfindet. Der Autor und Illustrator verwebt Bild(text) und Text(bild) der Geschichte zu einer verblüffend stimmigen Einheit, wie sie im zeitgenössischen Bilderbuch selten zu finden ist. Baltscheit zeigt sich mit diesem Werk als einer der großen Gegenwartskünstler der Erzählform »illustriertes Buch«. Auch darüber hinaus überzeugt »Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor« als eine sensible, traurige, aber auch raffinierte Geschichte über das Älterwerden, über Demenz und über das Zusammenleben der Generationen. In seinem Roman »Die besseren Wälder« (2013), basierend auf seinem gleichnamigen Theaterstück (2010), erzählt Baltscheit von einem Wolfskind, das von zwei Schafen aufgezogen wird und bemerkt, dass nicht nur seine Erziehung, sondern auch seine Natur seinen Charakter prägt. Im Gattungssinne des »illustrierten Romans« ist Baltscheits Geschichte bereits formal ein Ausnahmebuch – und inhaltlich nicht weniger als eine Art »Fabel 2.0«: Schnell geschnitten und voller Pointen erzählt Baltscheit von jugendlicher Identitätsfindung und von gesellschaftlichen Grenzen.

Nicht nur mit seinen Büchern, auch mit seinen anderen künstlerischen Arbeiten hinterfragt er kanonisierte Grenzen der Genres, Medien und Gattungen und zeigt eine enorme inhaltliche und stilistische Bandbreite. Er wurde u.~a. mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis (2010), dem Deutschen Jugendliteraturpreis (2011) und dem Deutschen Hörbuchpreis (2013) ausgezeichnet, darüber hinaus als Lesekünstler des Jahres (2014). Baltscheit lebt mit seiner Familie in Düsseldorf.

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