10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Kim Dong-Seong  [ Republik Korea ]

Biographie

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© privat

Gast des ilb 2014.

Bibliographie

Samchongwa Hamkke Jajeongeo Yeohaeng [Text: Chae In-sun] JaimimagePaju, 1998

Naiting-Geil [Vorlage: Hans Christian Andersen] [Text: Kim Su-jung] Woongjin ThinkBigPaju, 2005

Wann kommt Mama? Ein Bilderbuch aus Korea [Text: Lee Tae-Jun]Baobab/NordSüd Zürich, 2007 [Ü: Andreas Schirmer]

Deulkkoch Ai Text: Lim Gil-taek] GilbutPaju, 2008

Gogulyeoleul Se-un Yeong-ung Jumong [Text: Kim Hyangeum] Woongjin ThinkBigPaju, 2009

Kim Dong-sung wurde 1970 im südkoreanischen Busan geboren. In Seoul studierte er Orientalische Malerei an der Hongik-Universität.

Sein Debüt als Illustrator gab er mit »Samchongwa Hamkke Jajeongeo Yeohaeng« (1998; Ü: Die Fahrradtouren mit meinem Onkel). Das Buch erzählt von einem Mädchen und ihrem Onkel, die eine Radtour in die Stadt unternehmen und auf dem Weg dorthin die Ausbreitung der Siedlungsgebiete in einst unberührte Landschaften betrachten. Kim schafft für Themen wie die Ausbeutung der Natur und auch den Verlust der Kindheit poetisch aquarellierte Bilder. Mit »Naiting-Geil« (2005; Ü: Nachtigall), beruhend auf Hans Christian Andersens Kunstmärchen »Des Kaisers Nachtigall« (1843), illustriert Kim die klassische Geschichte des reichen Kaisers und seines Palasts voller künstlicher Eleganz, in dem eine Nachtigall vor Trauer die Stimme verliert. Für die Geschichte über die Schönheit der Natur, den Schrecken künstlichen Fortschritts und die Macht der Musik findet Kim eine eindrückliche Ästhetik, die stimmig europäische mit asiatischen Bildtraditionen verknüpft. »Eomma Majung« (2004; dt. »Wann kommt Mama? Ein Bilderbuch aus Korea«, 2007), Kims bis heute bekanntestes Buch, spielt im Seoul der dreißiger Jahre, der Zeit der japanischen Herrschaft über Korea, und erzählt von einem Kind, das an der Haltestelle einer Straßenbahn vergeblich auf seine Mutter wartet. Das Buch basiert auf einer Geschichte, die erstmals 1938 in Korea veröffentlicht wurde, und thematisiert existenzielle Erfahrungen wie das Warten und die Einsamkeit. Kim bebilderte die Geschichte ausdrucksstark mittels traditioneller koreanischer Illustrationstechnik und findet einen eigenen, zärtlich-poetischen Stil. In Sepiatönen stellt er die Realität des Geschehens dar, in traumhaften bunten Bildern das Geschehen aus Sicht des allein gelassenen Jungen, um beide Sichtweisen am Ende in einem Bild zusammenfließen zu lassen. Mit »Gogulyeoleul Se-un Yeong-ung Jumong« (2009; Ü: Jumong, der heldenhafte Gründer von Goguryeo) nimmt sich Kim eines mythischen koreanischen Stoffs an, der die Geschichte von Jumong erzählt, dem Gründer des Königreichs Goguryeo auf dem Gebiet des heutigen Korea. Wie schon in seinen anderen Werken zeichnen sich Kims Illustrationen auch hier durch eine dramaturgisch sinnvolle Text-Bild-Balance aus. Kim weiß, dass Bilder mehr sagen können und müssen als der Text, und so gelingt ihm auch in diesem Buch eine stimmige Ergänzung der bekannten Geschichte.

Bis heute illustrierte Kim mehr als zwanzig Bilderbücher, für die er in Südkorea vielfach ausgezeichnet und in Deutschland für den Jugendliteraturpreis nominiert wurde. Neben seiner Arbeit als lllustrator und Maler arbeitet er auch in den Bereichen Werbung, Cartoon und Animation. Kim lebt mit seiner Familie in Seoul.

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