10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Jennifer Clement  [ USA, Mexiko ]

Biographie

Portrait Jennifer Clement
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2014.

Bibliographie

A True Story Based on Lies

Payback Press/Canongate

Edinburgh, 2001

The Poison that Fascinates

Canongate

Edinburgh, 2008

New and Selected Poems

Shearsman

Bristol, 2008

Widow Basquiat

[Revised Edition]

Broadway

New York, 2014

Gebete für die Vermissten

Suhrkamp

Berlin, 2014

[Ü: Nicolai von Schweder-Schreiner]

Jennifer Clement wurde 1960 in Greenwich, Connecticut, geboren und wuchs in Mexiko-Stadt auf. An der New York University studierte sie Literaturwissenschaften und Anthropologie, anschließend französische Literatur in Paris. Sie erlangte zudem einen Master of Arts an der University of Southern Maine.Bekannt wurde Clement mit dem literarischen Porträt »Widow Basquiat« (2000; Ü: Witwe Basquiat), das auf Erinnerungen und Texten von Suzanne Mallouk, der Geliebten des legendären Künstlers, basiert. Neben den genreübergreifenden Romanen »A True Story Based on Lies« (2001; Ü: Eine wahre Geschichte, auf Lügen basierend) und »The Poison that Fascinates« (2008; Ü: Das faszinierende Gift) publizierte sie mehrere Gedichtbände. Über zehn Jahre lang recherchierte Clement für ihr jüngstes, in über zwanzig Ländern zugleich publiziertes Werk »Prayers for the Stolen« (2014; dt. »Gebete für die Vermissten«). Hunderte von in der mexikanischen Provinz mit Mädchen und Frauen geführten Gesprächen kompilierte und verdichtete sie fiktional zu einem exemplarischen und vielschichtigen Roman über den von Drogenkartellen organisierten Menschenhandel. Gleich zu Beginn schildert die Erzählerin Ladydi Garcia Martinez, wie ihre Mutter sie aus Furcht vor den häufigen Entführungen als Jungen ausgegeben, in Erdlöchern versteckt und absichtlich entstellt habe, um ihre Schönheit zu verbergen. Paula, vormals als Mätresse eines Gangsterbosses versklavt, zählt wiederum, wenn auch auf immer von den durchlittenen Qualen gezeichnet, zu den wenigen Überlebenden. Wie die Morde in der Ciudad Juárez zeigten, ist der Verbleib vieler der misshandelten, zu Prostitution und Rauschgifthandel genötigten Frauen oft ungewiss. Andere sind in dem berüchtigten Santa-Marta-Gefängnis südlich von Mexiko-Stadt inhaftiert – »der größte Schönheitssalon der Welt«, so die Protagonistin, die dort auf weitere in den Drogenkrieg verwickelte Frauen trifft. Den individuellen Opferschicksalen der durch weitreichende Korruption verschleierten Verschleppungen verleiht Clement faktisch fundiert eine eindringliche und nicht zuletzt poetische Stimme, einer eigenwilligen Mischung aus Jargon und lyrischen Beschwörungen.Clements Texte wurden in zahlreiche Anthologien aufgenommen und erschienen u.~a. in »The Times«, »Poetry London«, »The Nation«, »The American Poetry Review«, »National Geographic« und »Akzente«. Sie wurde mit dem Canongate Prize for New Writing (2001) geehrt, erhielt 2004 ein vom Goethe-Institut sowie vom Literarischen Colloquium gefördertes Aufenthaltsstipendium in Berlin und war 2007/2008 Fellow der MacDowell Colony. 2012 wurde ihr ein Literaturstipendium des National Endowment for the Arts verliehen. Zusammen mit ihrer Schwester Barbara Sibley gründete sie 1997 die San Miguel Poetry Week. Seit 2000 ist sie Mitglied des mexikanischen Sistema Nacional de Creadores de Arte. Von 2009 bis 2012 stand sie als Präsidentin dem Mexican Center von PEN International vor. Clement lebt in Mexiko-Stadt.

[http://www.jennifer-clement.com/]

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