10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Ishmael Beah  [ Sierra Leone, USA ]

Biographie

Ishmael Beah Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2014.

Bibliographie

When Good Comes From Bad

Nuclear Age Peace Foundation

Santa Barbara, 2000

Rückkehr ins Leben

Ich war Kindersoldat

Campus

Frankfurt a.~M., 2007

[Ü: Conny Lösch]

Radiance of Tomorrow

Sarah Crichton Books

Farrar, Straus and Giroux

New York, 2014

Ishmael Beah wurde 1980 in Sierra Leone geboren. Nachdem der Bürgerkrieg ausgebrochen, seine Heimatstadt Mogbwemo überfallen und seine Familie getötet worden war, floh er mit anderen Jugendlichen in Richtung Süden. Von Militärs wurde er gezwungen, als Kindersoldat gegen die Rebellen zu kämpfen, entkam aber mithilfe von UNICEF und wurde in eine Rehabilitierungseinrichtung geschickt. Schließlich gelangte er nach New York, wo er seinen Highschool-Abschluss an der United Nations International School erwarb. Anschließend studierte er Politikwissenschaften am Oberlin College in Ohio. Vor zahlreichen politischen Vereinigungen, Ausschüssen und Think Tanks berichtete Beah von seinen Erfahrungen, u.~a. bei der »Young Voices«-Konferenz der Vereinten Nationen und dem Council on Foreign Relations.

In seinem autobiografischen Bericht »A Long Way Gone. Memoirs of a Boy Soldier (2007; dt. »Rückkehr ins Leben. Ich war Kindersoldat«, 2007) schildert er eindringlich seine Entwurzelung, die Ausweglosigkeit und allgegenwärtige Bedrohung. Dabei spart Beah ebenso wenig die unmittelbare Gewalt aus wie die Verwirrung, Albträume und Schuldgefühle während der Wiedereingliederung. Den Traumata stellt er allerdings auch die Hoffnung auf eine friedvolle Zukunft gegenüber, für die er sich seither engagiert. Seine Erinnerungen wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt und über 1,5~Millionen Mal verkauft. In seinem Debütroman »Radiance of Tomorrow« (2014; Ü: Der Glanz von morgen) nimmt er sich nun der Zeit nach dem Konflikt an und wirft Fragen nach der Beständigkeit von Werten auf. Heimkehrende finden ihr Dorf Imperi verwüstet und von Leichen übersät vor. Bald darauf grassieren um die nahe gelegenen Diamantenminen Korruption und Ausbeutung. Hoffnung, so die Figur der Großmutter im titelgebenden Dialog, strahle die Zukunft aus, in der man sich ein besserer Mensch wähne als im Rückblick auf die Gräuel der Vergangenheit. Seinen Erstling habe er weitgehend in der Tradition der mündlichen Überlieferung verfasst, die wiederum seiner Muttersprache Mende verhaftet sei, erläutert Beah in seinem Vorwort. Dave Eggers porträtierte ihn für »Vanity Fair« und bezeichnete ihn als »den wohl meistgelesenen afrikanischen Autor der zeitgenössischen Literatur«.

Beah arbeitet bei der NGO Human Rights Watch, ist als UNICEF Goodwill Ambassador for Children Affected by War sowie als Berater am Center for the Study of Youth and Political Violence an der University of Tennessee tätig. Er unterrichtet am Center for International Conflict Resolution an der Columbia University und der Rutgers University. Darüber hinaus gründete er die Ishmael Beah Foundation (IBF), die sich insbesondere der Integration von traumatisierten Kindern und Jugendlichen widmet. Beah lebt in New York.

[https://www.wagingpeace.org]

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