10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Ian Wedde  [ Neuseeland ]

Biographie

Ian Wedde Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2014.

Bibliographie

Dick Seddon’s Great Dive

Robin Dudding Auckland, 1976

Making Ends Meet Essays and Talks 1992–2004

Victoria University Wellington, 2005

The Catastrophe

Victoria University Wellington, 2011

The Lifeguard Poems 2008–2013

Auckland University Auckland, 2013

The Grass Catcher A Digression about Home

Victoria UniversityWellington, 2014

Ian Wedde wurde 1946 in der neuseeländischen Stadt Blenheim geboren. Seine Kindheit verbrachte er u.~a. in Ostpakistan und England. An der University of Auckland erlangte er einen Master in Englisch. Er war langjähriger Kunstkritiker der Tageszeitung »The Evening Post«. Außerdem wirkte er als Herausgeber, Übersetzer, Kurator sowie von 1994 bis 2004 als Leiter der Kunstabteilung des Nationalmuseums Te Papa Tongarewa in Wellington. Von 2011 bis 2014 lehrte er in Auckland an den Fakultäten für Kunstgeschichte und englische Sprachwissenschaft.

Bislang publizierte Wedde insgesamt fünfzehn Lyrikbände, ein halbes Dutzend Romane sowie die Kurzgeschichtensammlung »The Shirt Factory« (1981). Seine kunstkritischen und kulturwissenschaftlichen Aufsätze sind in den Bänden »How to be Nowhere« (1995) und »Making Ends Meet« (2005) zusammengetragen. Neben etlichen Beträgen für Künstlerkataloge zeichnet Wedde auch für eine umfangreiche Monografie über den für seine teils großräumigen Lichtinstallationen international bekannten Künstler Bill Culbert verantwortlich. Das Prosadebüt, die Novelle »Dick Seddon’s Great Dive« (1976), konserviert die Gegenkultur der frühen siebziger Jahre in einem experimentellen Erzählmodus, der enthusiastischen Zuspruch der Literaturkritik fand, aber eine politische Kontroverse nach sich zog. In der Aufarbeitung pazifischer Geschichte voller halluzinierter Einschübe und augenzwinkernder literarischer Rückbezüge bezeugte der Roman »Symmes Hole« (1986) Weddes auch in seiner Prosa präsente poetische Kraft, während die jüngeren Werke »The Viewing Platform« (2006) und »The Catastrophe« (2011) von satirisch eingefärbter Zeitdiagnostik charakterisiert sind. Mit seinem Hang zur klingenden Alliteration, rhapsodischer Akkuratesse und feinem Humor vereint Weddes neueste Gedichtsammlung »The Lifeguard« (2013) seine reifen Überlegungen zur Erd- und Kulturgeschichte. Darin reanimiert er u.~a. Figuren aus Theokritos’ und Ovids Dichtungen, porträtiert Freunde und Verwandte oder amalgamiert persönliche Zwiegespräche, Gedanken und Erinnerungen. Sein kürzlich publiziertes Buch »The Grass-Catcher: A digression about home« (2014) erörtert Vorstellungen von Heimat und befasst sich mit Weddes eigener genealogischer Herkunft, u.~a. seinen Urgroßeltern, die 1875 von Schleswig-Holstein aus nach Neuseeland emigrierten.

Wedde wurde mit zahlreichen Aufenthaltsstipendien bedacht und mit Preisen geehrt, darunter der neuseeländische National Book Award (1977), der New Zealand Book Award for Poetry (1978), der Fulbright Travel Award (2006) und der Landfall Essay Prize (2010). 2010 erhielt er den Titel Officer of the New Zealand Order of Merit und wurde im Folgejahr zum New Zealand Poet Laureate gekürt. Er ist gegenwärtig Creative New Zealand Writer-in-Residence in Berlin.

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