10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Clara Sánchez  [ Spanien ]

Biographie

Clara Sánchez Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2014.

Bibliographie

Piedras preciosas

Debate

Madrid, 1989

Der Sommer mit Elena

Goldmann

München, 2000

[Ü: Janka Panskus]

Letzte Notizen aus dem Paradies

Scherz

Frankfurt a. M., 2001

[Ü: Lisa Grüneisen]

Was dein Name verbirgt

Hörspiel

Westdeutscher Rundfunk, 2011

El cielo ha vuelto

Planeta

Barcelona, 2013

www.clarasanchez.com

Clara Sánchez wurde 1955 in Guadalajara, Spanien, geboren und wuchs in Valencia auf. Ihr Studium der hispanischen Philologie absolvierte sie in Madrid, wo sie heute noch lebt. Bevor sie sich ganz der Schriftstellerei widmete, arbeitete Sánchez beim Fernsehen, unterrichtete Literatur an der Nationalen Fernuniversität und verfasste Artikel für »El Pais« sowie andere nationale Zeitschriften.

Ihrem Erstling »Piedras preciosas« (1989; Ü: Edelsteine) ließ die Autorin zahlreiche weitere Romane folgen, von denen »El misterio de todos los días« (1999) erstmals auch auf Deutsch erschien (»Der Sommer mit Elena«, 2000). Eine Lehrerin an einer Schule in Madrid entwickelt darin Gefühle für einen ihrer Schüler, deren Erwiderung dafür sorgt, dass ihrer beider Leben aus den Fugen gerät. Clara Sánchez wurde mit zahlreichen Reisen ausgezeichnet, u.~a. 2000 mit dem Premio Alfaguara für ihren Roman »Últimas noticias del paraíso« (2000; dt. »Letzte Notizen aus dem Paradies«, 2001) und 2013 mit dem Premio Planeta für »El cielo ha vuelto« (2013; Ü: Der Himmel ist zurückgekehrt). Die erstgenannte Erzählung, die mit dem Roman »Der Fänger im Roggen« von J. D. Salinger verglichen wurde, spielt in einer Vorstadtsiedlung von Madrid und handelt von Fran, der sich nach seinem Schulabschluss nicht entscheiden kann, wie sein zukünftiges Leben aussehen soll, und sich in »einer Welt zwischen Geborgenheit und unerfüllten Wünschen« (Scherz Verlag) verliert. Die »FAZ« nannte als größte Leistung Sánchez’ »das Fühlen eines Neunzehn- und Zwanzigjährigen als lautloses Seelentheater vor Augen zu stellen, teilnahmsvoll, aber auch durch einen hauchdünnen Schleier der Ironie, [sowie] das Gewöhnliche mit poetischem Glanz zu versehen und es in unsere Erinnerung zu senken wie eine persönliche Begegnung«. 2009 erschien der Roman »Lo que esconde tu nombre«, der 2010 mit dem Nadal-Literaturpreis geehrt und ein Jahr später vom Westdeutschen Rundfunk als Hörspiel auf Deutsch unter dem Titel »Was dein Name verbirgt« adaptiert wurde. In dem Politthriller jagt Julian, der als Gegner Francos im Konzentrationslager landete, eine alte Nazi-Bruderschaft, die inzwischen in der spanischen Provinz eine neue Wirkungsstätte gefunden hat, und spielt ein gefährliches Spiel, als er die junge Sandra, Haushaltshilfe bei einem der Nazi-Ehepaare, für seine Zwecke einspannt. Wer hier die Verfolger und wer die Verfolgten sind, bleibt durch die komplexen Charaktere dabei ebenso in der Schwebe wie die Frage nach Schuld und Rache. Sánchez’ aktueller Roman »El cielo ha vuelto« nutzt die Welt der Mode als Metapher für die Erfolgsorientiertheit unserer westlichen Gesellschaft und stellt die Frage nach dem Preis, der dafür zu zahlen ist, in der harten Münze von Misstrauen gegenüber den Menschen, die uns am nächsten sind, da diese uns auch am meisten schaden können.

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