10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Andreas Gefe  [ Schweiz ]

Biographie

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© Anita Affentranger

Gast des ilb 2014.

Bibliographie

Madame Lambert

[Zus. mit Jérome Charyn]

Arrache CœurZürich, 1997

Mein Bruder Flo

[Zus. mit José-Luis Bocquet]

Arrache CœurZürich, 2002

Der Gesang der Generäle

[Zus. mit José-Luis Bocquet]

Edition Moderne Zürich, 2006

Zwei mal zwei [Zus. mit Charles Lewinsky]

Edition Moderne Zürich, 2011

www.gefe.ch

Andreas Gefe ist ein Schweizer Comiczeichner und Illustrator und wurde 1966 in Küssnacht geboren. Er lebt in Zürich und ist in der Schweiz vor allem durch seine Illustrationsarbeiten für »Die Weltwoche« und die »NZZ« bekannt.

An der Hochschule für Gestaltung in Luzern ausgebildet, hat Gefe in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Szenaristen mehrere längere Comicerzählungen veröffentlicht, die realistische Elemente mit fiktiven Anteilen verbinden. Das Album »Zwei mal zwei« (2011), das auf einem Szenario von Charles Lewinsky basiert und zuvor als Serie in einer Beilage des »Tages-Anzeigers« erschien, schildert in 42 kurzen Episoden die widersprüchlichen Auswirkungen der Schwangerschaft auf das Leben zweier ungleicher Paare. Kritiker lobten vor allem Grefes »ausdrucksstarke Zeichnungen«, denen es gelinge, »mehr über die Charaktere und ihre Sorgen und Nöte auszusagen« als die Dialoge (»Titel-Magazin«). Stilistisch hebt sich diese Erzählung mit ihren klaren Linien, ihren aufgeräumt wirkenden Seiten und ihrer freundlich erscheinenden Kolorierung in Pastelltönen von früheren Comics Gefes ab. Für die Comic-Alben »Der Gesang der Generäle« (2006) und »Mein Bruder Flo« (2002) bediente er sich der Technik der Monotypie und schuf am Computer nachbearbeitete, dunkle, schmutzig und verwaschen, oft bedrohlich wirkende Bilder. Die Erzählung »Der Gesang der Generäle«, die Gefe zusammen mit dem Szenaristen José-Luis Bocquet schuf, thematisiert auf Grundlage historischer Fakten die griechische Militärdiktatur. Ein griechischer Filmemacher, der nach dem Putsch 1967 ins Exil nach Frankreich geht, plant mit der Schauspielerin Melina Mercouri einen Film über das Regime, während seine Frau daheim verhaftet und gefoltert wird. »Der poetische Band besticht durch großartige Bilder, die die Resignation und Einsamkeit der Figuren ausbreiten«, urteilte »Die Welt«. Zuvor hatte der Künstler mit Bocquet bereits für die Erzählung »Mein Bruder Flo« zusammengearbeitet. Der Krimi erzählt vom tragisch endenden Abstecher zweier naiver Brüder vom Lande – der eine ist schwarz, der andere weiß – in die Stadt. »Durch seine herben Bilder, durch das allgegenwärtige, allmächtige Grau und Blau, durch die Wolken, die, präzis gekantet wie Puzzleteile, den Himmel ersticken, durch die strengen Gesichtszüge der Gestalten, durch die filmischen Schnitte, die cinematesken Perspektiven ist es – ein (böses) Märchen« (»Neue Zürcher Zeitung«). Frühere Arbeiten Grefes umfassen seinen Comic-Erstling »Madame Lambert«, der in Zusammenarbeit dem US-Krimi-Autor Jeroem Charyn entstand, sowie Illustrationen für die »Geri Weibel«-Geschichten von Martin Suter in der »NZZ« (1997–2002). Zudem arbeitete Gefe als Illustrator für die »Weltwoche«, wo 2008/2009 auch der von ihm illustrierte Fortsetzungsroman »Doppelpass« von Charles Lewinsky erschien, der aktuelle Probleme von Einwanderern in der Schweiz thematisiert.

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