10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Andrea Bajani  [ Italien, Deutschland ]

Biographie

Portrait Andrea Bajani
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2014.

Bibliographie

Mit herzlichen Grüßen

dtv premium

München, 2010

[Ü: Pieke Biermann]

Lorenzos Reise

dtv premium

München, 2011

[Ü: Pieke Biermann]

Liebe und andere Versprechen

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München, 2012

[Ü: Pieke Biermann]

Erkennst du mich

dtv

München, 2014

[Ü: Pieke Biermann]

La vita non è in ordine alfabetico

Einaudi

Turin, 2014

Andrea Bajani wurde 1975 geboren. Internationalen Erfolg erlangte er mit dem prägnanten Roman »Cordiali Saluti« (2005; dt. »Mit herzlichen Grüßen«, 2010), der sich als ironischer Kommentar auf das rigorose Rationalisierungsdenken eines großen Konzerns lesen lässt. Von der Kritik wurde Bajani oftmals für seinen einfühlsamen und zugleich unsentimentalen Ton gelobt; so auch für die beiden mehrfach prämierten Romane »Se consideri le colpe« (2007; dt. »Lorenzos Reise«, 2011) und »Ogni promessa« (2010; dt. »Liebe und andere Versprechen«, 2012), denen das Motiv einer in die familiäre Vergangenheit führenden Spurensuche gemein ist. Seine Freundschaft zu dem 2012 verstorbenen Schriftsteller Antonio Tabucchi bespiegelt Bajani fiktionalisierend in dem szenisch gegliederten Roman »Mi riconosci« (2013; dt. »Erkennst du mich«, 2014). Denkwürdige Begegnungen der beiden Autoren sind darin in Episoden konserviert, in denen individuelle Erinnerung und literarische Imagination, ähnlich wie in Tabucchis Werk, einem paritätischen Prinzip unterliegen. Dadurch gelingt Bajani eine würdige Hommage ebenso wie ein nuanciertes Porträt des vom Generationenunterschied gänzlich unberührten, vielmehr von einer unerschöpflichen Neugierde geprägten Verhältnisses. Bajanis jüngstes Werk »La vita non è in ordine alfabetico« (2014; Ü: Das Leben verläuft nicht in alphabetischer Reihenfolge) versammelt insgesamt 38 alphabetisch geordnete Kurzgeschichten. Diese um Alltäglichkeiten wie gleichermaßen um existenzielle Einschnitte kreisenden Miniaturen bezeugen die mannigfaltigen Möglichkeiten, mit Mitteln der Sprache eine Ordnung herzustellen, wo augenscheinlich keine erkennbar ist. Aus diesem kreativen Potenzial schöpfend, lotet Bajani narrativ die Bedeutung und Wirkung einzelner Wörter aus.Neben seinem literarischen Schaffen ist Bajani als Reporter, Kritiker und Kolumnist für die Tageszeitungen »La Repubblica«, »Il Sole 24 Ore«, »Libération« sowie für die Literaturzeitschrift »Lo Straniero« tätig und schreibt zudem Texte für Theater und Rundfunk. Des Weiteren wirkt er als Übersetzer aus dem Französischen und Englischen. 2008 wurde er mit dem Premio Mondello, dem Premio Recanati und dem Premio Brancati ausgezeichnet. 2011 wurde er mit dem traditionsreichen Premio Bagutta geehrt. Bajani lebt in Berlin.

[http://www.andrea-bajani.de/]

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