10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Amy Tan  [ USA ]

Biographie

Amy Tan Portrait
© Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2014.

Bibliographie

Schaumhochzeit

Gustav KiepenheuerLeipzig, 2003[Ü: Ralf Pannowitsch]

Der Rabbi und die Braut

AufbauBerlin, 2005[Ü: Ralf Pannowitsch]

La Domination

Éditions GrassetParis, 2008

Six mois, six jours

Éditions GrassetParis, 2010

Die Gierigen

AufbauBerlin, 2014[Ü: Maja Ueberle-Pfaff]

www.karinetuil.com

Amy Tan wurde 1952 im kalifornischen Oakland geboren und wuchs in der Bay Area auf. Ihren Schulabschluss erlangte sie in Montreux. Anschließend studierte sie Linguistik an der San José State University sowie an den Universitäten von Santa Cruz und Berkeley.Mit ihrem Debüt »The Joy Luck Club« (1989; dt. »Töchter des Himmels«, 1992) gelang ihr auf Anhieb ein Welterfolg. Der autobiografische Band »The Opposite of Fate. A Book of Musings« (2003; dt. »Die andere Seite des Himmels. Gedanken über das Leben«, 2005) versammelt Kindheitserinnerungen, Reden, Briefe, Reiseberichte und Tagebucheinträge, die Tans privaten wie künstlerischen Werdegang beleuchten. Eine geradezu fantastische Perspektive wählt Tan in »Saving Fish from Drowning« (2005; dt. »Der Geist der Madame Chen«, 2006), in dem sie nach dem Ableben der Protagonistin, einer exzentrischen Antiquitätenhändlerin, deren Geist als quasi omnipräsente Berichterstatterin über einer im burmesischen Dschungel verirrten Reisegruppe schweben lässt. Humorvoll spiegelt sie westliche Blindheit in der Wahrnehmung anderer Kulturen. 2008 verfasste Tan das Libretto für die an der San Francisco Opera uraufgeführte Bühnenadaption ihres Romans »The Bonesetter’s Daughter« (2001; dt. »Das Tuschezeichen«, 2003). Für ihren Roman »The Valley of Amazement« (2013; dt. »Das Kurtisanenhaus«, 2014) konsultierte Tan zahlreiche Historiker, recherchierte ausgiebig vor Ort und ließ sich nicht zuletzt von Fotografien ihrer Großmutter inspirieren. Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts angesiedelte Geschichte nimmt sich einer konfliktgeladenen und vom politischen Umbruch geprägten Mutter-Tochter-Beziehung an. Als halb Amerikanerin, halb Chinesin muss sich die Erzählerin Violet Minturn zwischen zwei Kulturen orientieren, erst recht, als ihre Mutter Lulu, Betreiberin eines traditionellen Bordells in Schanghai, genötigt wird, selbst Mätresse zu werden. Rückblenden offenbaren, wie kongruent letztlich die Ambitionen, Träume und Hoffnungen in den verhängnisvollen Lebensläufen der beiden Frauen sind. In detailreichen Schilderungen verfeinert Tan ein Hauptmotiv ihres bisherigen Prosawerks: die Formung einer individuellen Identität zwischen äußeren Zwängen und Selbstfindung.Zu Tans Auszeichnungen zählen der Bay Area Book Reviewers, der Commonwealth Gold, der Los Angeles Times Book sowie der Gold Plate Award der Academy of Achievement in Washington, D.C. Als Sängerin und Perkussionistin wirkte sie in der aus Autoren (u.~a. Stephen King, Dave Barry, Matt Groening) zusammengesetzten Band Rock Bottom Remainders mit, die ihre Erlöse gemeinnützigen sowie kulturellen Zwecken spendet. Nachdem Tan 1999 selbst an Lyme-Borreliose erkrankt und längere Zeit am Schreiben gehindert war, unterstützte sie die Gründung des Hilfsprogramms »LymeAid 4 Kids«. Tan lebt in Sausalito und New York.

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