10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Yves Grevet  [ Frankreich ]

Biographie

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©Pépito Lopez

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

Mon premier rôle

[Ill: Marie Flusin]

Nathan

Paris, 2004

Méto – Das Haus

dtv

München, 2012

[Ü: Stephanie Singh]

Méto – Die Insel

dtv

München, 2012

[Ü: Stephanie Singh]

Méto – Die Welt

dtv

München, 2013

[Ü: Stephanie Singh]

Nox – Ailleurs

Syros

Paris, 2013

Yves Grevet wurde 1961 in Paris geboren und wuchs in Vitry-sur-Seine auf. Bereits als Jugendlicher schrieb er Sketche und Theaterstücke. Nach dem Abschluss eines Lehramtstudiums in Melun ging er für zwei Jahre nach Ankara und arbeitete anschließend als Lehrer in einem Pariser Vorort.

Grevet reichte seine Manuskripte bei einer großen Zahl Pariser Verlage ein, bis schließlich mit »Mon premier rôle« (2004; Ü: Meine erste Rolle) sein erstes von bislang elf Büchern erschien, eine feinfühlig erzählte Geschichte über die zehnjährige Esther, die am Beginn der Pubertät steht und deren Alltag Grevet stimmig einfängt. Der literarische Durchbruch – nicht nur in Frankreich – gelang Grevet mit seiner dystopischen »Méto«-Trilogie, bestehend aus »Méto – La maison« (2008; dt. »Méto – Das Haus«, 2012), »Méto – L'île« (2009; dt. »Méto – Die Insel«, 2012) und »Méto – La monde« (2010; dt. »Méto – Die Welt«, 2013). Im ersten Teil wehrt sich der junge Méto gegen das Leben in einem Haus hinter verbarrikadierten Fenstern und Türen. Er lebt dort zusammen mit 63 anderen Jungen, wird rund um die Uhr bewacht und darf keine Fragen stellen. Woher er kommt und was mit ihm passieren wird, weiß er nicht. So erhebt er sich selbstbestimmt und freiheitssuchend, um gegen das System aufzubegehren. In Teil zwei und drei der Trilogie wird die Geschichte von Méto und seinem Aufstand spannungsreich weitererzählt. Grevet stellt in allen Bänden seiner »Méto«-Trilogie eine zentrale Frage, die vor allem für Heranwachsende wichtig ist: In welcher Welt wollen wir leben? Die Gesellschaft im »Méto«-Universum ist von Gewalt, Unterwerfung und Entmündigung gekennzeichnet. Individualität wird nicht geduldet und Widerstand brutal bestraft. Und doch macht die Geschichte Hoffnung: Widerstand lohnt sich. Auch wie Grevet seine »Méto«-Trilogie literarisch aufzieht, ist beeindruckend. Sein kluges und teilweise unerbittlich hartes Szenario mit einer wirkungsvoll ausgearbeiteten Spannungsdramaturgie fesselt von der ersten Seite des ersten Teils bis zur letzten Seite des dritten Teils.

Grevets neueste, in Frankreich erschienene Romane sind »Nox – Ici-bas« (2012; Ü: Nacht – Hier auf Erden) und Nox – Ailleurs (2013; Ü: Nacht – Woanders), die wie schon die »Méto«-Bücher einen dystopischen Charakter haben. Beide Bücher spielen in einer dunklen Welt, in der Licht ein Privileg der Wohlhabenden ist. Grevet erzählt in den »Nox«-Büchern vom Kampf der Klassen und der Revolte der jungen Machtlosen gegen die alten Etablierten.

Der erste Teil der »Méto«-Trilogie wurde 2008 mit dem Prix Tam-tam/Je bouquine des Salon du livre et de la presse jeunesse in Montreuil, 2012 von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur als Buch des Monats und von der »Zeit« und Radio Bremen mit dem Luchs des Monats ausgezeichnet. Außerdem ist er für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2013 nominiert. Die »Méto«-Trilogie wurde bislang in acht Sprachen übersetzt. Yves Grevet ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Lognes im Osten von Paris.

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