10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Sonja Ehret  [ Deutschland ]

Biographie

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

»Ich werde wieder lebendig«

Personale Geschehensordnung und Daseinsthematische Begleitung bei Menschen mit Demenz

Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften

Saarbrücken, 2009

Sonja Ehret wurde 1960 in Heidelberg geboren. Sie war u.~a. als Bankkauffrau und als Pflegehelferin im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden Wiesloch tätig und engagierte sich bei dem eingetragenen Verein »Selbständig Wohnen«. Ehret erlangte zunächst ein Diplom im Fach Sozialarbeit an der Hochschule Mannheim, bevor sie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Gerontologie studierte. In diesem Fachbereich promovierte sie 2008 an der Fakultät für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften mit der Dissertation »›Ich werde wieder lebendig‹. Personale Geschehensordnung und Daseinsthematische Begleitung bei Menschen mit Demenz«. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin war sie u.~a. an den Forschungsprojekten DEMIAN (DEmenzkranke Menschen in Individuell bedeutsamen AlltagssituationeN) (2004–2010), THELIA (Thematische Lebenswegbegleitung im Alter und bei Demenz) und QUADEM (Qualifizierungsmaßnahmen zur Steigerung der Lebensqualität demenzkranker Menschen) sowie im Forum Demenz Wiesbaden beteiligt.

Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen sowohl Daseinsthematische Theorie wie auch soziokulturelle Aspekte familiärer Beziehungen in Fällen einer Demenzerkrankung. So zeigte sie den Nutzen ehrenamtlicher Betreuung und Pflege auf, insofern auch die Angehörigen eine »krisenhafte Lebensphase« durchstehen, in welcher die Beziehung zur erkrankten Person oft unweigerlich ambivalente Züge annimmt. In Aufsätzen, Vorträgen und Seminaren stellt Ehret nicht nur den geistigen Wandel alternder Menschen dar, sondern ebenso die Dynamik gesellschaftlicher ethisch-moralischer Vorstellungen bezüglich des Lebensverlaufs. Die Grundbedingung eines würdevollen Umgangs mit altersbedingter Erkrankung verortet sie dabei in einer sich »sorgenden«, »moralisch handelnden« Gesellschaft, die Zeit, Zuwendung und Respekt aufbringt. Ehret engagiert sich für ein gesellschaftliches Bewusstsein der Problematik, dass Angehörige in ihrer Solidarität und Fürsorge persönliche Einschränkungen in Kauf nehmen. Die ehrenamtliche Pflege, so Ehret, vermag dabei neben hauswirtschaftlichen Aspekten auch in psychosozialer Hinsicht ein »wohlwollendes Für- und Miteinander« zu schaffen.

Neben Seminaren an der Universität Heidelberg hatte Ehret Lehraufträge am Kompetenzzentrum Gerontologie der Berner Fachhochschule sowie an der Hamburger Fern-Hochschule inne. Darüber hinaus ist sie als Gutachterin für juristische, publizistische und soziale Belange in Verbindung mit Demenzerkrankungen tätig.

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