10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Patrick Deville  [ Frankreich ]

Biographie

Deville, Patrick_portrait
c_Ayse Yavas

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

Cordon-bleu, éditions de Minuit, Paris, 1987.

Pura vida, éditions du Seuil, Paris, 2004.

Pura Vida, Haymon Verlag, Innsbruck, 2009. (Ü: Holger Fock)

Equatoria, éditions du Seuil, Paris, 2009.

Äquatoria, Bilgerverlag, Zürich, 2013. (Ü: Holger Fock, Sabine Müller)

Kampuchéa, éditions du Seuil, Paris, 2011.

Peste et Choléra, éditions du Seuil, Paris 2012.

Pest und Cholera, Bilgerverlag, Zürich, 2013. (Ü: Holger Fock, Sabine Müller)

Patrick Deville wurde 1957 in Saint-Brévin geboren. Er studierte Vergleichende Literaturwissenschaften und Philosophie an der Universität von Nantes, wurde Kulturattaché am Persischen Golf und reiste etwa sieben Jahre lang für längere Zeit nach Algerien, Nigeria, Marokko, Kuba, Uruguay und Zentralamerika. Anschließend widmete er sich in Paris dem Schreiben und erlangte bereits mit seinem ersten Werk Anerkennung.

»Cordon-bleu« (1987), sein Debüt, handelt von dem von Ordnung und Hierarchie besessenen Balbus, Mitglied einer geheimen internationalen Organisation. Der Leser lässt sich von dem ruhigen Charme des Flaneurs mitnehmen. Ab 2004 entwickelt sich die »tradition devillienne«, von der die zweite Hälfte seiner Werke geprägt ist. Hier sinnt Deville über die Evolution der Weltgeschichte nach, indem er historische Persönlichkeiten wieder zum Leben erweckt und deren persönliche Irrfahrten vor einem realen politischen und geschichtlichen Hintergrund fiktionalisiert. »Pura Vida« (2004, dt. 2009) ist das erste Werk in dieser Tradition. Der Roman befasst sich mit dem Leben und Tod von William Walker, der Mitte des 19.~Jahrhunderts versuchte, mehrere Staaten in Mittelamerika zu erobern. In »Equatoria« (2009; dt. »Äquatoria«, 2013) widmet Deville sich dem Zusammenbruch von Diktaturen, Chaos und Massenmorden an Minoritäten. Entlang der großen Flussläufe folgt er den Schicksalen der großen Entdecker Savorgnan de Brazza und Stanley sowie Schweitzer, Savimbi und Livingstone. Zwei Jahre später führt Deville den Leser wieder auf Entdeckungsreise, diesmal entlang des Mekong in »Kampuchéa« (2011). Der Roman wurde von der »Lire«-Redaktion zum besten französischen Roman des Jahres gewählt. »Peste et Choléra« (2012; dt. »Pest und Cholera«, 2013) ist Devilles neuestes Werk. Virtuos folgt er den Spuren des jungen Forschers Alexandre Yersin auf seiner Reise nach Asien, wo er sich zum Matrosen ausbilden lässt, später Forscher wird und 1894 in Hongkong, fernab des Kriegs, den Bazillus der Pest entdeckt. Um dieses großartige Abenteuer der Wissenschaft und der Menschheit zu erzählen, stützt sich Deville auf Korrespondenzen und Dokumente, die im Institut Louis Pasteur lagern. So umfassen Devilles Romane ein breites Spektrum an literarischen Genres, darunter Biografien, historische Berichte, Briefe und Reiseaufzeichnungen. Thematisiert wird das Zusammenspiel von Vergangenheit und Gegenwart, der großen Entdecker und der Schiffbrüchigen von heute.

»Peste et Choléra« wurde mit dem Prix du roman Fnac, dem Prix Femina 2012 und dem Prix des prix littéraires 2012 ausgezeichnet. 1996 gründete Deville den Prix de la jeune littérature latino-américaine und die Zeitschrift »Meet« (Maison des écrivains étrangers et des traducteurs) in Saint-Nazaire, wo er bis heute als Chefredakteur tätig ist.

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