10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Lila Azam Zanganeh  [ Frankreich, USA ]

Biographie

Zanganeh, Lila Azam_portrait
(c) Hartwig Klappert

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

My Sister, Guard Your Veil;

My Brother, Guard Your Eyes:

Uncensored Iranian Voices

[Hrsg.]

Beacon Press

Boston, 2006

The Enchanter: Nabokov and Happiness

W.~W. Norton & Co.

New York, 2011

Lila Azam Zanganeh wurde in Paris geboren. Nach der Islamischen Revolution waren ihre Eltern aus dem Iran ins europäische Exil geflohen. Azam Zanganeh studierte Literaturwissenschaften und Philosophie an der renommierten École Normale Supérieure in Paris. Danach zog sie in die Vereinigten Staaten und unterrichtete Literatur- und Filmwissenschaft sowie Romanistik an der Harvard University. Seit 2002 verfasst sie regelmäßig Essays und Artikel für internationale Tageszeitungen und Magazine, darunter »Le Monde«, »The New York Times», »The New Yorker«, »La Repubblica« und »The PEN America Journal«. Sehr geschätzt wird Azam Zanganeh auch für ihre versierten Schriftstellerinterviews, vor allem für »The Paris Review«, für die sie mit Jorge Semprún, Umberto Eco und Roberto Calasso eingehende Gespräche führte. 2006 gab sie den Sammelband »My Sister, Guard Your Veil; My Brother, Guard Your Eyes: Uncensored Iranian Voices« heraus, eine Anthologie, die Essays, Interviews und Texte von iranischen Schriftstellern, Künstlern, Philosophen und Filmemachern präsentiert und dabei mit einer breiten thematischen Vielfalt Einblicke gibt, die sich deutlich von westlichen Wahrnehmungen und Klischees unterscheiden.

Mit »The Enchanter: Nabokov and Happiness« (2011) legte sie ein literarisches Debüt vor, das sich einer Kategorisierung hinsichtlich der Textgattung auf eigenwillige Weise entzieht. In einer Mischung aus Memoiren, Essay, Analyse, gepaart mit fiktiven Passagen, verwandelt sich Azam Zanganeh dem Schaffen und der Person Vladimir Nabokovs an. Dessen Auffassung folgend, dass ein guter Text eine gewisse ästhetische Freude in sich bergen muss, zeigt sie auf, wie die Akte des Lesens und Schreibens ekstatische und dadurch zutiefst beglückende Erfahrungen sein können. Nicht nur von der Kritik und Schriftstellergrößen wie Orhan Pamuk und Salman Rushdie wurde das Buch enthusiastisch aufgenommen, auch Nabokovs Sohn Dmitri, der zuvor noch den Fragment gebliebenen letzten Roman seines Vaters, »The Original of Laura« (1977/2009), lektoriert und herausgegeben hatte, lobte Azam Zanganeh dafür, dass sie die oft übersehene spielerische Freude in Nabokovs Schaffen verdeutlicht und sie unterdessen ihren eigenen, eleganten Stil gefunden habe. 2011 wurde ihr der Roger Shattuck Prize for Criticism vom New Yorker Center for Fiction verliehen.

Neben ihrer journalistischen und schriftstellerischen Tätigkeit, engagiert sie sich in diversen Organisationen für humanitäre Zwecke und kulturellen Austausch wie z.~B. dem International Rescue Committee und Words Without Borders. Derzeit arbeitet sie an einem Roman, der den Titel »The Orlando Inventions« trägt und worin sie das Phänomen der Liebe über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten und an verschiedensten Orten (Frankreich, Konstantinopel, New York u.~v.~m.) literarisch untersucht. Zanganeh lebt in New York.

[http://www.lazanganeh.com/]

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