10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Józef Wilkoń  [ Polen ]

Biographie

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(c) Hartwig Klappert

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

Der Kranich mit dem einen Bein

[Text: Paul Schaaf]

Middelhauve

Köln, 1963

Herr Minkepatt und seine Freunde

[Text: Ursula Valentin]

Middelhauve

Köln, 1965

Leopanther. Eine Liebesgeschichte

[Text: Piotr Wilkoń]

Patmos

Düsseldorf, 1991

[Ü: Ulrike Herbst-Rosocha]

Zwei Freunde

[Text: Paz Rodero]

Bohem Press

Zürich, 1995

Tallula. Königin der Nacht

[Text: Adam Jaromir]

Langenhagen

Gimpel, 2012

www.fundacjawilkonia.pl

Józef Wilkoń wurde 1930 im polnischen Bogucice bei Wieliczka geboren. Er studierte Malerei und Kunstgeschichte in Krakau. Seit Ende der fünfziger Jahre illustriert er Bilderbücher, von denen mehr als hundert in polnischer und rund siebzig in deutscher Sprache erschienen sind. Darüber hinaus sind seine Bücher in mehr als zehn weiteren Sprachen erschienen.

Wilkońs Debüt auf dem deutschsprachigen Buchmark war seine Illustration von »Der Kranich mit dem einen Bein« (1963; Text: Paul Schaaf), einer Fabel über das Meistern schwieriger Situationen mit Humor. Mit »Herr Minkepatt und seine Freunde« (1965; Text: Ursula Valentin) illustrierte er danach ein Buch über einen sonderbaren Mann, der auf seinem Klavier naturgetreu die Melodien der Vögel imitieren kann. »Löwenkinder« (1968; Text: Janosch), Wilkońs drittes Buch in Deutschland und bis heute eines seiner bekanntesten, erzählt Geschichte von drei Löwenjungen im Zoo, die sich nachts verlaufen und bei einer Tigerin wiederfinden. Nicht weniger bekannt ist sein Buch »Leopanther. Eine Liebesgeschichte« (1991; Text: Piotr Wilkoń), die berührende Geschichte einer Liebe, die auch größte Gegensätze überwindet. Die vier genannten Bilderbücher sind nur ein kleiner Ausschnitt aus Wilkońs umfangreichem Werk, zeigen jedoch exemplarisch, dass schon immer Tiere im Zentrum seines illustratorischen Schaffens standen. An der Art, wie sie illustriert sind – mit kühnem Strich, farbenfrohem Leuchten und fantasievoller Verspieltheit –, kann man sich kaum sattsehen. Wilkońs Bilder tanzen, sind von hoher Expressivität und deuten oft nur an, anstatt realistisch abzubilden. Sie erreichen mit erstaunlich wenig Mitteln alles an Dynamik und Emotion, was man von einem außergewöhnlichen Bilderbuch erwarten kann. Damit ist Wilkońs Illustrationsstil weit entfernt vom zeitgenössischen, oft nur nüchtern illustrierten Bilderbuch. Dem Hannoveraner Gimpel-Verlag ist es nun zu verdanken, dass Wilkoń sich mit »Tallula. Königin der Nacht« (2012; Text: Adam Jaromir), der Selbstfindungsgeschichte einer kleinen Fledermaus, auch im 21. Jahrhundert als Illustrator auf der Höhe seiner Kunst zeigen kann – und nicht zuletzt auch wieder einmal als Meister der Tierdarstellung.

Józef Wilkoń ist eine Ausnahmeerscheinung der internationalen Illustrationskunst und kann auf eine über fünfzig Jahre andauernde, höchst erfolgreiche Kariere zurückblicken. Sein Werk wurde an vielen Orten in Europa und Asien ausgestellt. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.~a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis (1966) sowie mit Hauptpreisen auf der Biennale der Illustrationen in Bratislava (1969 und 1973) und der Bologna Children’s Book Fair (1980 und 1991). Neben seiner Tätigkeit als Maler und Illustrator arbeitet er seit vielen Jahren auch als Bildhauer. Józef Wilkoń lebt in Zalesie Dolne in Polen.

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