10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Johanna Skibsrud  [ Kanada ]

Biographie

Skibsrud, Johanna_portrait
(c) Hartwig Klappert

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

Late Nights with Wild Cowboys

Gaspereau Press

Kentville, 2008

The Sentamentalists

Gaspereau Press

Kentville, 2009

I Do Not Think I Could Love a Human Being

Gaspereau Press

Kentville, 2010

This Will Be Difficult to Explain

Hamish Hamilton Canada

Toronto, 2011

Johanna Skibsrud wurde 1980 geboren und wuchs im ländlichen Nova Scotia, Kanada, auf. Sie studierte Englische Literatur an der University of Toronto und Kreatives Schreiben an der Concordia University in Montreal, mit Studienaufenthalten in England und Griechenland. Sie arbeitete als Natur- und Landschaftsdozentin in Kanada und den USA, leitete ein Programm für gefährdete jugendliche Natives in der kanadischen Arktis, nahm an ökologischen und landwirtschaftlichen Programmen in Costa Rica, Europa und Neuseeland teil und war Lehrerin für Englisch als Zweitsprache in Korea.

Bereits in früher Jugend begann Skibsrud mit dem Verfassen von Gedichten und Kurzgeschichten. Gleich ihr erster Lyrikband »Late Nights with Wild Cowboys« (2008; Ü: Späte Nächte mit wilden Cowboys) wurde auf die Shortlist für den Gerald Lampert Award für das beste Debüt kanadischer Dichter gesetzt. Noch während ihres Studiums konzipierte sie eine vorläufige Fassung ihres Erstlingsromans »The Sentimentalists« (2009; Ü: Gefühlsmenschen), den sie jedoch später grundlegend überarbeitete und erweiterte. Partiell auf ihre eigenen Erfahrungen rekurrierend, erzählt Skibsrud von der Beziehung einer jungen Frau zu ihrem Vater, einem Vietnamveteranen, der von seinen einstigen Erlebnissen traumatisiert ist. Nachdenklich, vielschichtig und sich zwischen drei verschiedenen Zeiten bewegend, schildert sie die Versuche ihrer Figuren, einen Zugang zur Vergangenheit zu finden und gleichzeitig den schmerzhaften Prozess des Erinnerns zu vollziehen. Um die Kluft zwischen niedergeschriebener Geschichte und den Fragmenten der persönlichen Erinnerung näher zu erkunden, die Möglichkeiten und Grenzen der Sprache auszuloten und für jene Verhandlung existenzieller Fragen zum Verhältnis von Erinnerung und Wahrheit findet Skibsrud einen ebenso präzisen wie rhythmisiert-poetischen Prosastil. Ursprünglich in einer Auflage von nur 800 handgepressten Exemplaren erschienen, avancierte der Roman zu einem Bestseller. 2010 erhielt die Autorin dafür den renommierten Scotiabank Giller Prize. Es folgte die Gedichtsammlung »I Do Not Think I Could Love a Human Being« (2010; Ü: Ich glaube nicht, dass ich einen Menschen lieben könnte), die sie selbst als ein einziges langes Liebesgedicht betrachtet. Einige zuvor bereits in diversen Magazinen erschienene Kurzgeschichten finden sich in der Sammlung »This Will Be Difficult to Explain« (2011; Ü: Das wird schwer zu erklären), in der sich die Autorin ein weiteres Mal dem Ungesagten und Unaussprechlichen annimmt.

2012 promovierte sie an der Université de Montréal mit einer Dissertation über Wallace Stevens. Aktuell arbeitet sie an einem Forschungsprojekt an der University of Arizona zu ausgewählten amerikanischen und kanadischen Dichtern. Die Publikation ihres zweiten Romans, der zwischen den beiden Weltkriegen angesiedelt ist, ist für 2014 geplant. Skibsrud lebt in Tucson, Arizona.

[http://johannaskibsrud.com/]

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