10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Archiv / Teilnehmer / / 2013 / Joachim Sartorius

Joachim Sartorius  [ Deutschland ]

Biographie

Sartorius, Joachim_portrait
(c) Hartwig Klappert

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

Atlas der neuen Poesie

[Als Herausgeber]

Rowohlt

Reinbek, 1995

Hôtel des Étrangers

Gedichte

Kiepenheuer&Witsch

Köln, 2008

Die Prinzeninseln

mare

Hamburg, 2009

Mein Zypern. Die Geckos von Bellapais

mare

Hamburg, 2013

Niemals eine Atempause

Handbuch der politischen Poesie im 20. Jahrhundert

Kiepenheuer & Witsch

Köln, 2014

Joachim Sartorius wurde 1946 als Sohn eines Diplomaten in Fürth geboren und besuchte daher Schulen in Tunesien, Kongo und in Kamerun. Von 1964 bis 1971 studierte Sartorius Rechtswissenschaften in München, London, Straßburg und Paris. Nachdem er 1973 zum Doktor der Rechte promoviert worden war, arbeitete er bis 1986 im diplomatischen Dienst, unter anderem als Kulturreferent in New York, als Pressereferent in Ankara und schließlich als Gesandter in Nikosia (Zypern). In den folgenden Jahren leitete er das Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, war Generalsekretär des Goethe-Instituts in München und übernahm von 2001 bis 2011 die Intendanz der Berliner Festspiele. Literarisch ist Sartorius als Lyriker, Herausgeber und Übersetzer in Erscheinung getreten. So übertrug er unter anderem Gedichte von John Ashbery, Wallace Stevens, Louis Dudek und Robert Gray vom Englischen ins Deutsche. Zudem gab er das Gesamtwerk von Malcom Lowry und von William Carlos Williams heraus. In »Atlas der neuen Poesie« (1995), dem wohl umfassendsten Lyrik-Unternehmen der Gegenwart, verortete Sartorius Gedichte aus 36 Ländern und in 22 Sprachen, wobei sowohl die Übersetzungen als auch die Originale abgedruckt waren. 2014 folgte mit »Niemals eine Atempause« ein Handbuch der politischen Poesie im 20. Jahrhunderts. Zu sieben Gedichtbänden, zuletzt „Hôtel des Étrangers“ (2008) hat Sartorius auch poetische Reisebücher verfasst. »Die Prinzeninseln« (2009) und »Mein Zypern« (2013). Eine Rezensentin der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« bezeichnete den erstgenannten Titel als »ein sehr persönliches, mit autobiographischen Episoden versehenes Miniepos voller Poesie und feinsinniger politischer Beobachtungen, der wie ein Reiseführer seine Leser nicht nur mit auf die Prinzeninseln nimmt, sondern ihnen die Überbleibsel einer türkischen Lebensart vorstellt, von der viel zu wenige bei uns wissen, dass es sie noch gibt«. Auch in »Mein Zypern« greift Sartorius auf seine Erfahrungen als Diplomat vor Ort zurück und lässt dabei immer wieder Informationen über die Geschichte und Kultur der Insel einfließen und das Buch mit einem Anhang voller Gedichte enden. Mit Norbert Miller ist er zudem Herausgeber der Zeitschrift »Sprache im technischen Zeitalter«. Sartorius ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Jury des jährlich verliehenen Friedrich-Gundolf-Preises. Nachdem er unter anderem 1992 ein Stipendium der Rockefeller Foundation sowie 1999 den Paul-Scheerbart-Preis zugesprochen bekommen hatte, wurde Sartorius 2011 zum Chevalier des Arts et des Lettres ernannt. Er lebt in Berlin und Syrakus.

Stefan Köhler

abgelegt unter: