10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Herb Wharton  [ Australien ]

Biographie

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(c) Hartwig Klappert

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

Unbranded

University of Queensland Press

Brisbane, 1992

Where Ya’ Been, Mate?

University of Queensland Press

Brisbane, 1996

Yumba Days

University of Queensland Press

Brisbane, 1999

Kings with Empty Pockets

Fireworks Gallery

Newstead (Qld), 2003

IMBA: (Listen) Tell You a Story

Campfire Group

Brisbane, 2003

Herb Wharton

Herb Wharton wurde 1935 in Cunnamulla (im Südwesten des australischen Bundestaates Queensland) in dem Aborigine-Camp Yumba geboren. Er gehört den indigenen Murri an. Seine Großmutter war eine Kooma aus der Region; die Familie seines Großvaters wiederum stammt aus England und Irland. Bereits in seiner Jugend begann Wharton als Viehtreiber zu arbeiten. Seine Erlebnisse auf den sogenannten »Stock Routes« verarbeitete er später in seinem Debütroman »Unbranded« (1992). Anhand der Geschichte dreier befreundeter Männer unterschiedlicher Abstammung, von denen jeder seine eigenen Träume verfolgt, evoziert er nicht nur lebhaft Landschaften und Begegnungen u.~a. mit Schafscherern, Kneipenwirten oder Touristen, sondern liefert anhand der verschiedenen Perspektiven seiner Protagonisten auch einen differenzierten Blick auf historische Hintergründe. Authentisch wirkt der Text durch die Verwendung australischer Dialekte, emotional wahrhaftig durch die genauen Beobachtungen. In dem mit Landkarten und Fotografien illustrierten Band »Cattle Camp: Murri Drovers and their Stories« (1994; Ü: Rinder-Camp. Murri-Viehtreiber und ihre Geschichten) trug Wharton wiederum im Sinne der Oral History vielstimmige Geschichten seiner Landsleute und Kollegen zusammen. Seine in ganz ähnlicher Weise humorvolle wie ergreifende Kurzgeschichtensammlung »Where Ya’ Been, Mate?« (1996; Ü: Wo warst du, Kumpel?) oszilliert zwischen Outback und Großstadt. »Großartige Geschichten findet man nicht nur an Lagerfeuern im Busch, sie ereignen sich ebenso in den Straßen einer Stadt – wo auch immer Menschen aufeinandertreffen. Und ohnehin sind die wahren Geschichten oft unglaublicher als die erfundenen. Daraus beziehe ich meine Ideen für alles, was ich schreibe, egal ob es sich um einen Tatsachenbericht oder fiktionale Prosa handelt«, so Wharton in der Einleitung. »Yumba Days« (1999) rekurriert auf Kindheits- und Jugenderinnerungen an die Aborigines-Siedlung, in der er aufwuchs. Wie in allen seinen Werken spielt das Neben- und Miteinander verschiedener Kulturen eine zentrale Rolle. Seine allerersten Texte finden sich in der Sammlung »Kings with Empty Pockets« (2003; Ü: Könige mit leeren Taschen). Im selben Jahr erschien auch »IMBA: (Listen) Tell You a Story« (Ü: Hör zu, ich erzähl dir eine Geschichte). Beiden Publikationen ist ein Glossar beigefügt, in dem das idiosynkratische Vokabular der Murri erläutert wird, das für Whartons lyrische Prosa charakteristisch ist.

1998 erhielt Wharton ein Aufenthaltsstipendium an der Pariser Cité Internationale des Arts. Er wurde außerdem in die Australian Stockman’s Hall of Fame aufgenommen. 2012 wurde er mit dem Australia Council Award for Lifetime Achievement in Literature ausgezeichnet, 2013 erhielt er von der Regierung von Queensland die Auszeichnung »Queensland Great«. Wharton lebt heute in der Hütte, in der er schon die ersten Gedichte und Romane schrieb.

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