10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Elvira Grözinger  [ Polen, Israel, Deutschland ]

Biographie

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©privat

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

Bauet Häuser und wohnet darin

[Zs. mit János Kalmár]

Umschau

Frankfurt a.~M., 1996

Die jiddische Kultur im Schatten der Diktaturen

Philo

Berlin/Wien, 2002

Die schöne Jüdin

Philo

Berlin/Wien, 2003

Glückel von Hameln

Hentrich & Hentrich

Berlin, 2004

Jüdische Weisheit

Reclam

Stuttgart 2010

Elvira Grözinger wurde 1947 in Niederschlesien, Polen, geboren und wuchs in Israel auf. Sie studierte an der Hebräischen Universität Jerusalem sowie in Heidelberg und in Frankfurt am Main. Sie promovierte an der Freien Universität Berlin, wo sie später auch selbst unterrichtete. Zuvor war Grözinger wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte am Institut für Jüdische Studien der Universität Potsdam. Außerdem war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Polen-Institut Darmstadt tätig. Sie gibt Seminare insbesondere zur jüdischen Literatur, osteuropäischen jüdischen Musik sowie zu jiddischem Theater.

Zusammen mit dem Fotografen János Kalmár publizierte sie 1996 »Bauet Häuser und wohnet darin. Spuren jüdischen Lebens in Mittel- und Osteuropa«, einen von historiografischen und literarischen Texten begleiteten Bildband. In ihrer umfangreichen Abhandlung »Die jiddische Kultur im Schatten der Diktaturen. Israil Bercovici – Leben und Werk« (2002) nimmt sie sich des Nachlasses des Lyrikers und Chefdramaturgen des jüdischen Staatstheaters von Bukarest an und gibt anhand zahlreicher, erstmals ins Deutsche übertragener Dokumente Einblicke in das intellektuelle Leben, die jüdische Tradition und die Lebensumstände im kommunistischen Rumänien. Es folgte die komparatistische Analyse »Die schöne Jüdin. Klischees, Mythen und Vorurteile über Juden in der Literatur«, in der Grözinger Fragen der Identitätsbildung anhand von Beispielen aus der internationalen Literaturgeschichte aufschlüsselt und erläutert. 2004 erschien ihre konzise biografische Untersuchung über die als »Glückel von Hameln« bekannte jüdische Kauffrau (1645–1724), deren Autobiografie ein einmaliges und bedeutendes Zeugnis deutsch-jüdischer Geschichte ist. In derselben Reihe lebens- und werkgeschichtlicher Monografien, den »Jüdische Miniaturen«, porträtierte sie Heinrich Heine im Spannungsfeld seiner Rollen als »Deutscher Dichter, streitbarer Publizist, politischer Emigrant« (2004). Einige Heine-Strophen sowie Exzerpte aus Glückel von Hamelns Texten finden neben jüdischen Sprichwörtern und Aphorismen und weiteren Auszügen u.~a. von Kafka, Georg Kreisler und Abraham Joshua Heschel Eingang in den von Grözinger zusammengestellten, eingeleiteten und mit biografischen Notizen versehenen Reclam-Band »Jüdische Weisheit. Gedanken, Sprüche, Geschichten« (2010).

Neben ihrer akademischen und publizistischen Tätigkeit übersetzt Elvira Grözinger Texte u.~a. aus dem Hebräischen und Jiddischen. Sie lebt in Berlin.

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