10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Dominique Goblet  [ Belgien ]

Biographie

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Gast des ilb 2013.

Bibliographie

Souvenir d'une journée parfaite

Frémok

Brüssel, 2002

Faire semblant c'est mentir
L’Association

Paris 2007

Les hommes-loups

Frémok

Brüssel 2010

Chronographie (mit Nikita Fossoul)

L’association

Paris, 2010

Dominique Goblet, geboren 1967 in Brüssel, hat sich nach dem Abschluss ihres Illustrationsstudiums am Brüsseler Institut Saint-Luc mit autobiographisch inspirierten und künstlerisch anspruchsvollen Erzählungen einen Namen gemacht. Sie verbindet in ihren Arbeiten Stilelemente des Comics und der bildenden Kunst, arbeitet aber auch als Malerin und Bildhauerin.

Den Comic als ihre Ausdrucksform nutzt sie seit den 1990er Jahren, als sie als Teil des Künstlerkollektivs und Verlags Frémok zur frankobelgischen Comic-Avantgarde jener Zeit zählte. Bei Frémok erschienen ihre ersten Bücher »Portraits crachés« (1997), »Souvenir dune journée parfaite« (2001) und »Les hommes loups«. Während sie in »Souvenir dune journée parfaite« die Beziehung zu ihrem 1998 gestorbenen Vater thematisiert, verbindet »Les hommes loups« Anspielungen auf kindliche Urängste mit sozialkritischen Kommentaren. Ihre Bilder sind dabei teilweise sequentiell aufeinander bezogen, teilweise laden einzeln stehende Panels zum freien Assoziieren ein

Ihr bislang wichtigstes Werk ist die autobiographische Comic-Erzählung »Faire semblant c'est mentir«, herausgegeben vom Verlag der Künstlervereinigung L’Association, der sie sich nach Frémok angeschlossen hat. In kunstvollen Panels, die teils gezeichnet und teils gemalt sind, arbeitet sie in dem mit dem Prix Rodolphe Töpffer ausgezeichneten Buch auf schonungslose Weise die schwierigen Beziehungen zu ihrem Partner und ihrem alkoholkranken Vater auf. Ausgehend von Episoden aus der Jugend der Autorin wechseln sich Szenen aus ihrer Ursprungsfamilie ab mit Szenen, die die schwierige und durch eine Affäre beendete Beziehung zu ihrem Partner und Co-Autor Guy Marc Hinant beschreiben. Das Buch wurde von der Kritik gefeiert. Bart Beaty urteilte auf der Website Comicsreporter.com: »Es ist eine harte, experimentelle Arbeit, die weder inhaltliche noch stilistische Zugeständnisse macht. Wer dieses Buch gelesen hat, wird seinen großen Wert erkennen – auch wenn sie nicht meine Ansicht teilen, dass dies das beste Buch des Jahres ist.«

Eine Arbeit im Grenzbereich zwischen Comics und Bildender Kunst ist ihr Buch »Choreographie« (2012), das ebenfalls bei L’Association veröffentlicht wurde. Es enthält 500 Porträtzeichnungen, die Dominique Goblet und ihre Tochter im Laufe von zehn Jahren voneinander angefertigt haben und macht so das Vergehen von Zeit deutlich. Es wurde, wie auch Erzählung „Faire semblant c'est mentir“, für einen Preis beim Comicfestival Angoulême nominiert.

Seit Juni 2011 arbeitet Dominique Goblet zusammen mit dem Berliner Autor und Zeichner Kai Pfeiffer an einer gemeinsamen Comic-Erzählung. Einen ersten Einblick geben die beiden auf der Website http://goblet-pfeiffer.blogspot.de. Goblet unterrichtet narrative Zeichnung an der Kunsthochschule Erg in Brüssel.

[http://www.dominique-goblet.be/]

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