10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Daniel Kehlmann  [ Deutschland ]

Biographie

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(c) Hartwig Klappert

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

Ich und Kaminski

Suhrkamp

Frankfurt a.~M., 2003

Die Vermessung der Welt

Rowohlt

Reinbek, 2005

Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten

Rowohlt

Reinbek, 2009

Lob: Über Literatur

Rowohlt

Reinbek, 2010

F

Rowohlt

Reinbek, 2013

Daniel Kehlmann wurde 1975 als Sohn des Regisseurs Michael Kehlmann und der Schauspielerin Dagmar Mettler sowie Enkel des Schriftstellers Eduard Kehlmann in München geboren. In Wien studierte er Philosophie und Literaturwissenschaft am Kollegium Karlsburg.

2005 gelang ihm mit »Die Vermessung der Welt« ein internationaler, in vierzig Sprachen übersetzter Bestseller. Mit »Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten« (2009) folgte ein dezidiert zeitgenössischer Text, der sich anhand diverser Dilemmata moderner Kommunikationsmittel spielerisch mit Fragen der Identität befasst. Der episodische, zugleich an narrativen, motivischen und intertextuellen Verweisen reiche Roman wurde von Isabel Kleefeld als Ensemblefilm für die Leinwand adaptiert und lief 2012 in den deutschen Kinos. Im selben Jahr feierte zudem die Verfilmung der »Vermessung« Premiere, wobei Kehlmann das Drehbuch zusammen mit Regisseur Detlev Buck konzipierte und verfasste. Er übernahm mehrere Poetikdozenturen, u.~a. an der FH Wiesbaden, der Universität Göttingen, der Universität in Köln sowie der New York University. Einzelne Vorlesungstexte wurden später in dem Band »Diese sehr ernsten Scherze« (2007) publiziert. In den Essaysammlungen »Wo ist Carlos Montúfar?« (2005) und »Lob: Über Literatur« (2010) gibt er Einblicke in seine schriftstellerische Arbeit, wie er sich zahlreiche literarische Referenzen erklärend wie schreibend anverwandelt. Jüngst verfasste Kehlmann auch Texte für das Theater: 2011 feierte sein Stück »Geister in Princeton«, welches Leben und Werk des Mathematikers Kurt Gödel szenisch aufarbeitet, bei den Salzburger Festspielen Premiere und wurde anschließend am Schauspielhaus Graz inszeniert. Am Wiener Theater in der Josefstadt wurde im November 2012 sein zweites Stück »Der Mentor« unter der Regie von Herbert Föttinger uraufgeführt. Die Kluft zwischen zwei Generationen wie auch zwischen gegensätzlichen Auffassungen von Literatur kondensiert Kehlmann im Konflikt zweier Schriftsteller und offenbart, nicht ohne Komik, die destruktiven Energien künstlerischer Kreativität. Sein neuester Roman »F« (2013) weist mit seinem enigmatischen Titel quasi alliterativ auf die Grundthematik von Fälschung und Fiktion sowie deren wechselseitige Immanenz hin. Drei Figuren, familiär aneinander gebunden, werden darin zu Opfern ihrer eigenen Täuschungen und Lebenslügen. Gleichwohl dient Kehlmann diese Figurenkonstellation als Ausgangspunkt für eine philosophische wie metafiktionale Auseinandersetzung mit dem Wahrheitsbegriff und der Bedingtheit der Literatur.

Daniel Kehlmann wurde mit zahlreichen renommierten Preisen geehrt, u.~a. mit dem Candide-Preis (2005), dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Kleist-Preis (beide 2006) sowie dem Thomas-Mann-Preis (2008). Zuletzt erhielt er den Nestroy-Theaterpreis (2012) für sein Bühnendebüt. Kehlmann lebt in Berlin und Wien.

[http://www.kehlmann.com/]

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