10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Ben Marcus  [ USA ]

Biographie

Marcus,Ben_portrait
(c) Hartwig Klappert

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

The Age of Wire and String

Alfred A. Knopf

New York, 1995

Notable American Women

Vintage Books

New York, 2002

The Father Costume

[Mit Matthew Ritchie]

Artspace Books

New York, 2002

Flammenalphabet

Hoffmann und Campe

Hamburg, 2012

[Ü: Thomas Melle]

An Land gehen

Hoffmann und Campe

Hamburg, 2013

[Ü: Gerhard Henschel u. Thomas Melle]

Ben Marcus wurde 1967 in Chicago geboren. Bereits mit seinem Debüt »The Age of Wire and String« (1995; Ü: Das Zeitalter von Draht und Kordel), einer postmodernen Collage oft surrealer Kurz- und Kürzestgeschichten, unterwanderte und hinterfragte er geläufige Erzählkonstrukte. Marcus wurde von der Kritik als eine der innovativsten und wichtigsten literarischen Stimmen seiner Generation gepriesen. »Notable American Women« (2002; Ü: Bemerkenswerte amerikanische Frauen) ist sowohl eine Familiengeschichte als auch ein elaboriertes Sprachspiel in Romanlänge und nicht zuletzt eine Dekonstruktion der Autorinstanz. Auch in seinem zweiten Roman »The Flame Alphabet« (2012; dt. »Flammenalphabet«, 2012) gilt Marcus’ Fokus der subversiven Kraft der Sprache. In diesem Fall entwirft er ein apokalyptisches Szenario, in dem das gesprochene Wort eine toxische Wirkung hat. 2014 wird sein neues Buch, der Erzählband »Leaving the Sea« (dt. »An Land gehen«, 2013), erscheinen.

Neben seiner schriftstellerischen Arbeit war er auch als Lektor (u.~a. für die Literaturmagazine »Fence« und »The American Reader«) tätig und gab »The Anchor Book of New American Short Stories« (2004) mit Texten von George Saunders, Jhumpa Lahiri, David Foster Wallace u.~a. heraus. In seinem Vorwort unterstreicht er emphatisch die Individualität der Autoren, ihre divergierenden Techniken und Stimmlagen, welche die Vielfalt und das der Literatur immanente Innovationsbestreben illustrieren – jenseits der Begrenztheit akademischer Kategorisierungen, der sich jene dezidiert zeitgenössischen Texte auf oft spielerische und subtile Weise entziehen: »Geschichten bleiben dadurch relevant, dass die Methoden und Techniken, die Art und Weise, wie sie erzählt werden, neu erfunden werden. Ein Autor muss glauben und beweisen, dass, wenn schon keine neuen Geschichten, dann doch neue Möglichkeiten, die alten zu erzählen, existieren.« Seine eigenen Essays und Rezensionen erschienen in namhaften Zeitungen und Zeitschriften, u.~a. »The New York Times«, »The Paris Review«, »Granta«, »The New Yorker«, »Time Magazine« und in Dave Eggers’ Literaturmagazinen »McSweeney’s« und »The Believer«. Für Diskussionen sorgte insbesondere sein 2005 im »Harper’s Magazine« publizierter Essay »Why experimental fiction threatens to destroy publishing, Jonathan Franzen, and life as we know it: A correction« (Ü: Warum experimentelle Literatur die Verlagswelt, Jonathan Franzen und das Leben, wie wir es kennen, zu zerstören droht: Eine Korrektur).

Marcus wurde u.~a. mit einem Literaturpreis der American Academy of Arts and Letters sowie mehrmals mit dem Pushcart Prize ausgezeichnet und erhielt u.~a. ein Stipendium des National Endowment for the Arts sowie ein Fellowship der John Simon Guggenheim Memorial Foundation. Er ist Dozent an der New Yorker Columbia University School of the Arts und lebt in New York sowie in Brooklin, Maine. In diesem Jahr ist er Fellow der American Academy in Berlin.

[http://benmarcus.com]

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