10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Arnon Grünberg  [ Niederlande ]

Biographie

Grünberg, Arnon_portrait
(c) Hartwig Klappert

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

Blauer Montag

Diogenes

Zürich, 1997

[Ü: Rainer Kersten]

Phantomschmerz

Diogenes

Zürich, 2003

[Ü: Rainer Kersten]

Tirza

Diogenes

Zürich, 2008

[Ü: Rainer Kersten]

Mit Haut und Haaren

Diogenes

Zürich, 2012

[Ü: Rainer Kersten]

Der jüdische Messias

Diogenes

Zürich, 2013

[Ü: Rainer Kersten]

Arnon Grünberg wurde 1971 in Amsterdam, Niederlande, geboren. Er stammt aus einer deutsch-jüdischen Familie und wuchs in Amsterdam auf, im Alter von 17 Jahren wurde er der Schule verwiesen. Er gründete zunächst einen eigenen Verlag (Kasimir) und veröffentlichte 1994 im Alter von 23 Jahren sein erstes Buch »Blauwe maandagen« (dt. »Blauer Montag«, 1997). In dieser tragischen Slapstickkomödie werden die Welt der Prostitution, aber auch die Gefühlswelt der zweiten Generation der Holocaust-Opfer beschrieben. Das Buch wurde ein Bestseller, der Autor erhielt den renommierten Anton-Wachter-Preis. Seine beiden folgenden Romane waren ebenfalls sehr erfolgreich, sowohl bei den Lesern als auch bei den Kritikern.

Arnon Grünberg veröffentlichte mehrere Essays und Theaterstücke, aber es war erneut einer seiner Romane – »Fantoompijn« (2000; dt. »Phantomschmerz«, 2003) –, für den er mit dem wichtigen AKO-Literaturpreis ausgezeichnet wurde, dem niederländischen Äquivalent des Booker Prize. Mit beißendem Humor beschreibt er die Gefühlswelt seiner Protagonisten und lädt die Leser zu einer wahren Achterbahnfahrt der Gefühle ein. Er scheint ein Spezialist für vertrackte Liebesgeschichten und groteske Farcen zu sein, er spielt mit Klischees, aber hinter der Satire beschreibt er immer auch die fragile Gefühlswelt seiner Figuren. »Der Witz und die sardonische Intelligenz, die in Arnon Grünbergs Prosa aufleuchten, machen die Lektüre zu einem anhaltenden Vergnügen.« (J. M. Coetzee) Arnon Grünberg veröffentlichte auch mehrere Bücher unter dem Pseudonym Marek van der Jagt, u.~a. den Roman »De geschiedenis van mijn kaalheid« (2000; dt. »Amor fou«, 2013), für den er erneut den Anton-Wachter-Preis erhielt, eine Auszeichnung für den besten Debütroman. Für den Roman »Tirza« (2006; dt. 2008) wurde der mehrfach ausgezeichnet. Das Buch erzählt von einem Vater-Tochter-Drama, der Protagonist, Jörgen Hofmeester, ein Verleger, der ein bequemes Leben führt, hat das Gefühl, als Vater ausgedient zu haben, keine Rolle mehr zu spielen – und fällt deswegen aus der Rolle.

Arnon Grünberg schreibt außerdem Artikel und Reportagen für verschiedene Zeitschriften – hierfür reiste er u.~a. zu den in Afghanistan stationierten niederländischen Truppen sowie zur US-Armee in den Irak. Zuletzt erschien von ein Essayband zum Film mit dem Titel »Buster Keaton lacht nooit« (2013; Ü: Buster Keaton lacht nie) sowie die deutsche Übersetzung seines 2004 erschienenen Buches »De joodse messias« (dt. »Der jüdische Messias«, 2013). Im Dezember 2009 erhielt er für sein Gesamtwerk den Constantijn-Huygens-Preis. Seine Bücher wurden in 26 Sprachen übersetzt. Arnon Grünberg lebt in New York.

[http://www.arnongrunberg.com/]

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