10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Ana Paula Maia  [ Brasilien ]

Biographie

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(c) Hartwig Klappert

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

O habitante das falhas subterrâneas

7 Letras

Rio de Janeiro, 2003

Entre rinhas de cachorros e porcos abatidos

Record

Rio de Janeiro, 2009

Carvão Animal

Record

Rio de Janeiro, 2011

Krieg der Bastarde

A1

München, 2013

[Ü: Wanda Jakob]

Ana Paula Maia wurde 1977 in Rio de Janeiro geboren. Sie studierte EDV und Medienwissenschaft und arbeitete in verwandten Bereichen, bis sie 2003 ihren ersten Roman vorlegte.

Inspiriert von J.~D. Salingers »Der Fänger im Roggen«, erzählt »O habitante das falhas subterrâneas« (Ü: Der Bewohner unterirdischer Verwerfungen) vom Schicksal des Ariel Esperanto, der, wie Holden Caulfield, seinen Weg durch das Leben von der Jugend bis zum Erwachsensein finden muss. Ganz anders dagegen Maias zweiter Roman: »A Guerra dos Bastardos« (2007; dt. »Krieg der Bastarde«, 2013) handelt von einem stillen Krieg, der in der Unterwelt jeder Stadt der Erde stattfinden könnte. Das 2011 ins Serbische übersetzte Buch ist deutlich vom Kino beeinflusst, und Maia wird seither gern mit Quentin Tarantino verglichen. Dennoch dauerte es einige Jahre, bis sie zu ihrem ganz eigenen Stil fand, der sich dann aber in der 2009 erschienenen Trilogie »A Saga dos Brutos« (Ü: Das Märchen von den Tieren) in brillanter Klarheit manifestierte. Die beiden Novellen und der Roman porträtieren einen ganz gewöhnlichen Menschen in einem innovativen, exzessiven und geradezu brutal realistischen Narrativ. In den drei Kurzprosawerken »Entre rinhas de cachorros e porcos abatidos« (2009; Ü: Zwischen Hundekämpfen und geschlachteten Schweinen), »O trabalho sujo dos outros« (2009; Ü: Die Drecksarbeit der anderen) und »Carvão animal« (2011; Ü: Animalische Holzkohle) thematisiert die Autorin den menschlichen Charakter, wie die tägliche Arbeit ihn prägt und wie sich Identität unter den Einflüssen der Umwelt bildet. Maias Protagonisten sind in diesen Erzählungen Arbeiter, Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben und, eingebunden in widersprüchliche Verpflichtungen, von ihren eigenen Entscheidungen konditioniert werden. In der zweiten Jahreshälfte 2013 erscheint ihr neuestes Buch »De gados e homens« (Ü: Von Vieh und Menschen). Dieses Mal geht es um einen Schlachthof und Rinder, die anfangen, sich seltsam anders zu verhalten, was für das Leben der dort arbeitenden Männer nicht ohne Folgen bleibt.

Ana Paula Maias Erzählungen finden sich in mehreren brasilianischen und internationalen Anthologien. Die Autorin lebt in Rio de Janeiro.

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