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Ana Maria Gonçalves  [ Brasilien ]

Biographie

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(c) Hartwig Klappert

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

Ao lado e à margem do que sentes por mim

Ilha de Itaparica, Bahía, 2002

Um defeito de cor

Record

Rio de Janeiro, 2006

Ana Maria Gonçalves wurde 1970 in Ibiá, Minas Gerais, geboren. Zunächst war sie als Englischlehrerin und Publizistin in São Paulo tätig, bevor sie 2002 für sechs Monate auf die Insel Itaparica (Bahía) zog und ihren ersten Roman schrieb. »Ao lado e à margem do que sentes por mim« (2002; Ü: Neben und am Rande deiner Gefühle für mich) erschien als unabhängige Internetpublikation.

2006 veröffentlichte sie das Epos »Um defeito de cor« (Ü: Ein Farbfehler), für das sie 2007 den kubanischen Preis Casa de Las Américas in der Kategorie Brasilianische Literatur erhielt. Der Roman erzählt die Geschichte des Sklavenhandels in Brasilien aus der Perspektive Kehindes, die sich von Afrika nach Brasilien aufmacht, um ihren seit Jahrzehnten verschollenen Sohn Omotunde – das Kind eines portugiesischen Vaters – zu suchen. Gonçalves streift in diesem eindrucksvollen Werk achtzig Jahre afrikanischer und brasilianischer Geschichte. Ihre Icherzählerin berichtet von der großen afrikanischen Rebellion im 19. Jahrhundert, von der Malês-Revolte (1835) in Salvador und von anderen wichtigen Momenten der Geschichte. Der von Elementen der Gewalt und der Auseinandersetzung um kulturelle und territoriale Zugehörigkeit geprägte Historienroman wurde vielfach mit Alex Haleys 1976 erschienenem amerikanischem Klassiker »Roots« verglichen. 2009 stand Gonçalves auf der von den Literaturkritikern der Zeitung »O Globo« kompilierten Liste der zehn besten brasilianischen Bücher (Belletristik und Lyrik) des Jahrzehnts. Ihre Kurzgeschichten finden sich in mehreren Anthologien, darunter in Portugal (»As Segundas Palavras da Tribo«; 2002; Ü: Die zweiten Worte des Stammes) und in Italien (»Il Brasile per la Strade«; 2009; Ü: Brasilien unterwegs).

Aktuell arbeitet Ana Maria Gonçalves an einem Roman über einen Soziologieprofessor aus New Orleans, einen Frau-zu-Mann-Transsexuellen, seine Geschlechtsumwandlung und seine Beziehungen zu lesbischen Partnerinnen, seiner Familie und Kollegen. Außerdem arbeitet sie an einem Sachbuch über den Rassismus im Schulsystem ihres Landes und den Mythos der Rassendemokratie in Brasilien und anderswo. Sie schreibt über die Umsetzung von Gleichstellungsgesetzen, antirassistische Rechtsprechung und andere relevante Fragen der afrobrasilianischen Community. Ana Maria Gonçalves lebt heute in New Orleans (USA).

[http://www.anamariagoncalves.pt/]

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