10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Seyyed Ali Shodjaie  [ Iran ]

Biographie

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(c) Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

The Stars Are Not Far

Neyestan

Teheran, 2008

Season of Love for Leilas

Neyestan

Teheran, 2011

Half Man Horn

[Ill: Alireza Goldouzian]

Neyestan

Teheran, 2012

H.S.N.

Neyestan

Teheran, 2013

Der große Schneemann

Ein Bilderbuch aus dem Iran

[Ill: Elahe Taherian]

Baobab Books

Basel, 2013

[Ü: Nazli Hodaie]

Seyyed Ali Shodjaie

Seyyed Ali Shodjaie wurde 1983 in Teheran geboren. Er studierte dort Wirtschaftsingenieurwesen und arbeitet inzwischen als stellvertretender Leiter des in Teheran ansässigen Neyestan Verlags.

Neben seiner Verlagstätigkeit ist Shodjaie auch als Autor tätig. Bislang sind mit »Season of Love for Leilas« (2011; Ü: Zeit der Liebe für Leilas) und »H.S.N.« (2013) zwei Romane von ihm erschienen. Daneben legte er mit »The Stars are not far« (2008; Ü: Die Sterne sind nicht weit), »Love at the Time of Epigraphs« (2010; Ü: Liebe in den Zeiten der Epigrafen) und »Angels have no Stories« (2012; Ü: Engel haben keine Geschichten) drei Bände mit Kurzprosa vor. Außerdem schrieb er mit »What if the Snowman wouldn’t melt?« (2010; dt. »Der große Schneemann. Ein Bilderbuch aus dem Iran«, 2013) und »Half Man Horn« (2012; Ü: Halbmann Horn) zwei Bilderbücher. In dem einzigen ins Deutsche übertragenen Buch wird die Geschichte eines Schneemanns erzählt, der von den Kindern eines Dorfes gleich zu Beginn des Winters gebaut wird. Schnell entpuppt sich der Schneemann aber als Diktator, der die Dorfbewohner herumkommandiert und kurzerhand die Jahreszeiten abschafft. Zurückhaltend und in matten Farben illustriert, ist die Geschichte eine kluge Auseinandersetzung mit Macht- und Ohnmachtverhältnissen. Besondere Brisanz gewinnt das Buch vor allem in Bezug auf die aktuellen politischen Entwicklungen im Iran. In Anbetracht der Entstehungszeit des Buches kurz nach den iranischen Präsidentschaftswahlen 2009, deren Ergebnis zu massiven Protesten der Bevölkerung führte, eröffnen sich viele weitere Inhaltsebenen, zu denen das Buch als bitterer Kommentar gelesen werden kann. »Der große Schneemann« ist geeignet für junge Leser, aber eben nicht nur. Auch in verlegerischer Hinsicht ist das Bilderbuch eine Besonderheit: Der iranische Bilderbuchmarkt ist im deutschsprachigen Raum kaum präsent. Umso erfreulicher ist es, wenn eins der vielen bemerkenswerten iranischen Bücher die Übersetzungshürde meistert. Für das deutschsprachige Publikum wurden kaum Kompromisse gemacht: Wie das persische Original wird auch die deutsche Übersetzung von hinten nach vorne gelesen. Außerdem ist die deutsche Ausgabe zweisprachig, persisch-deutsch, erschienen.

Seyyed Ali Shodjaie wurde für seine Bücher mehrfach ausgezeichnet. Im Iran erhielt er den Book Season Award (2009), den Quaranic Tales Award (2011) und den Children’s Book Award (2011). In Deutschland zeichnete die Akademie für Kinder- und Jugendliteratur 2013 »Der große Schneemann« als Buch des Monats aus. Seyyed Ali Shodjaie lebt mit seiner Frau in Teheran.

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