10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Zeruya Shalev  [ Israel ]

Biographie

Zeruya Shalev
© Heike Steinweg

Gast des ilb 2012, 2015.

Bibliographie

Liebesleben
Berlin Verlag
Berlin, 2000
[Ü: Mirjam Pressler]

Mann und Frau
Berlin Verlag
Berlin, 2001
[Ü: Mirjam Pressler]

Späte Familie
Berlin Verlag
Berlin, 2005
[Ü: Mirjam Pressler]

Für den Rest des Lebens
Berlin Verlag
Berlin, 2012
[Ü: Mirjam Pressler]

Schmerz

Berlin Verlag

Berlin, 2015

[Ü: Mirjam Pressler]

Zeruya Shalev wurde 1959 im Kibbuz Kinneret in Galiläa, Israel, geboren. Sie studierte Bibelwissenschaften an der hebräischen Universität Jerusalem und arbeitete nach dem Studium zunächst als Lektorin.

1997 erschien »Ḥayyê ahavā« (dt. »Liebesleben«, 2000), der erste Band einer Romantrilogie, mit der sie als Schriftstellerin internationale Berühmtheit erlangte. Sie erhielt hierfür den Golden-Book-Prize des israelischen Verlegerverbandes sowie den Preis des israelischen Ministerpräsidenten. Es folgten »Ba’al we-ischa« (2000; dt. »Mann und Frau«, 2001) und »Terā« (2005; dt. »Späte Familie«, 2005). In den drei Werken geht es vor allem um die Liebe in heutigen Zeiten mit all ihren Leidenschaften oder auch tiefen Enttäuschungen und um die Familie. In »Liebesleben« verfällt die Protagonistin der Leidenschaft zu einem viel älteren Mann, einem Freund ihres Vaters. Obwohl sie sich der Aussichtslosigkeit dieser Beziehung bewusst ist, gibt sie sich der Liaison bedingungslos hin und entsagt vollständig ihren bisherigen Vorstellungen vom Leben. Die Geschichte spiegelt ein unruhiges Leben in einem von Unruhen geprägten Land. 2007 wurde der Roman von Maria Schrader verfilmt. In »Mann und Frau« erzählt die Autorin die Geschichte einer scheinbar perfekten Kleinfamilie. Die Ehe befindet sich jedoch in einer tiefen Krise. Auch in »Späte Familie« geht es um diese Thematik. Nach dem Ende ihrer Ehe wagt die Protagonistin einen Neuanfang. Shalev verarbeitet hier, wie in vielen ihrer Werke, persönliche Erfahrungen. Sie selbst lebt in dritter Ehe in einer Patchwork-Familie– für die Autorin einerseits ein Zeichen von Freiheit, andererseits bedarf es viel Kraft, sie zusammenzuhalten. Auch ihr neuester Roman »Ke’ev« (2015; dt. »Schmerz«, 2015) trägt autobiografische Züge. Shalev, die 2004 bei einem Selbstmordanschlag in Jerusalem schwer verletzt wurde, erzählt darin von Iris, die bei der Begegnung mit ihrer Jugendliebe Eitan wieder an einen Schmerz erinnert wird, der fast noch schwerer wiegt als der, den sie verspürt, seit sie durch einen Selbstmordattentäter, der sich neben ihr in die Luft sprengte, schwer verletzt wurde. Obwohl er sie damals verlassen hatte, sucht Iris wieder Eitans Nähe, trotz der Gefahr, damit ihr mühsam aus Scherben aufgebautes, fragiles Leben als Ehefrau und Mutter aufs Spiel zu setzen. Wie in ihrem Roman »Liebesleben« beschreibt Shalev kompromisslos und fesselnd die Abgründe sowie die erotische Spannung einer verbotenen Liebe.

Shalev wurde zuletzt 2012 mit dem WELT-Literaturpreis und 2014 mit dem Prix Femina Étranger ausgezeichnet. Sie lebt als freie Autorin in Jerusalem.

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