10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Robert Paul Weston  [ Kanada, Großbritannien ]

Biographie

Foto Weston, Robert Paul_portrait_ C Machiko Weston.jpg
© Machiko Weston

Gast des ilb 2012.

Bibliographie

Dust City
Penguin/Razorbill
New York, 2008

Zorgamazoo
[Ill: Victor Rivas]
Jacoby & Stuart
Berlin, 2012
[Ü: Uwe-Michael Gutzschhahn]

www.robertpaulweston.com

Robert Paul Weston wurde 1975 in Dover, Großbritannien, geboren. Er studierte Soziologie und Film an der Queen’s University in Kingston und kreatives Schreiben an der University of British Columbia. Weston kann auf eine Reihe ungewöhnlicher Berufstätigkeiten zurückblicken – u.~a. arbeitete er als professioneller Trampolinspringer, Rettungsschwimmer, Herausgeber eines Literaturmagazins und Dialogautor für Cartoons.

Sein Debüt als Autor feierte Robert Paul Weston mit dem Versroman »Zorgamazoo« (2008; dt. »Zorgamazoo«, 2012), in dem Katrina Katrell, ein junges, vor Fantasie überschäumendes und große Abenteuer liebendes Mädchen, sich mit dem Zorgel Mortimer auf die Suche nach den verschwundenen Zorgels der Stadt Zorgamazoo macht. »Zorgamazoo« ist eine komplett gegen den Strich gebürstete, durchgedrehte Geschichte in einem fantastischen Setting. Sorgsam zwischen kritischer Sozialstudie, spannendem Horrormärchen und purem Nonsens ausbalanciert, erzählt Robert Paul Weston im Kern von der Bedeutung von Freundschaft und davon herauszufinden, wer man selbst ist. Dabei beeindruckt er mit einem erfindungsreichen und spielerischen Umgang mit gereimter Sprache. Stilistisch lässt sich »Zorgamazoo« am ehesten irgendwo zwischen der Bösartigkeit eines Roald Dahl und der Skurrilität eines Dr. Seuss verorten. Mehr noch, als es bei Prosaübertragungen überhaupt möglich ist, profitiert »Zorgamazoo« in der deutschen Fassung von der Könnerschaft des Übersetzers Uwe-Michael Gutzschhahn, der exzellente Lösungen für viele kaum übersetzbare Wortspielereinen gefunden hat. Auch im Layout kann »Zorgamazoo« überzeugen. Spielerisch werden Schriftarten und Schriftgrößen variiert und ergeben zusammen mit den eindrücklichen Illustrationen von Victor Rivas ein stimmiges Gesamtbild. In seinem zweiten Buch »Dust City« (2010; Ü: Staubstadt) erzählt Robert Paul Weston die Geschichte von Henry Whelp, der in einer Erziehungsanstalt namens »Heim der missratenenen Wölfe« lebt, seit sein Vater wegen des Mordes an Rotkäppchen und ihrer Großmutter ins Gefängnis kam. Wiederum gelingt ihm eine ungewöhnliche Geschichte, in der wie schon bei »Zorgamazoo« Freundschaft und die Suche nach dem eigenen Weg die zentralen Themen sind. Geschickt verwebt Robert Paul Weston diese Inhalte mit Motiven, die in ihrer Märchenhaftigkeit und Düsternis an die Grimmschen Märchen erinnern.

Für sein schriftstellerisches Werk, das auch Kurzgeschichten umfasst, wurde Robert Paul Weston u.~a. mit der California Young Reader Medal ausgezeichnet. Er lebte bereits in Kanada und Japan und wohnt inzwischen zusammen mit seiner Frau in London.

© internationales literaturfestival berlin

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