10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Pilar Velasco  [ Spanien ]

Biographie

Portrait Pilar Valesco
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2012.

Bibliographie

Jóvenes, aunque sobradamente cabreados
Ediciones B
Madrid/Barcelona, 2005

No nos representan:
el manifiesto de los indignados en 25 propuestas
Ediciones Temas de Hoy
Barcelona, 2011

Pilar Velasco Acedo wurde 1978 in Madrid, Spanien, geboren. Sie studierte Journalismus in Madrid. Sie schrieb zunächst politische Reportagen für das Wochenmagazin »Interviú« und arbeitete für verschiedene Fernsehsender. Sie studierte auch in den USA und Rumänien, war auf Einladung von Kulturkollektiven in Serbien zu Gast und nahm an Jugendtreffen in Lateinamerika teil. Die sozialen Bewegungen, die auf die politische und wirtschaftliche Krise reagieren, sind Gegenstand ihrer Arbeit.

2005 erschien das Buch »Jóvenes, aunque sobradamente cabreados« (2005; Ü: Jung, aber wütend genug). Pilar Velasco beschreibt das politische Erwachen der jungen Generation während der Zeit, in der die konservative Volkspartei Partido Popular mit absoluter Mehrheit in Spanien regierte, bis die sozialistische Partei PSOE 2004 die Wahlen gewann. Die spanische Protestbewegung, die sich unter dem Motto »Democracia Real Ya« (Ü: Reale Demokratie – jetzt!) zusammengefunden hatte, demonstrierte seit dem »15 M«, dem 15. Mai 2011, in vielen Städten Spaniens, auch auf dem Platz Puerta del Sol in Madrid. Pilar Velasco ist eine der Indignados, der Empörten. Ihr Buch »No nos representan: el manifiesto de los indignados en 25 propuestas« (2011; Ü: Sie vertreten uns nicht. Manifest der Indignados mit 25 Vorschlägen) ist das Ergebnis vieler Diskussionen in Versammlungen und Arbeitsgruppen und fasst die Botschaft der Indignados zusammen. Das Manifest ist klar und fordernd: »Die Indignados wollen ein anderes System und wissen, dass das möglich ist. Sie haben die Botschaft von der Plaza del Sol in die Welt gesandt: Wir wollen alles und wir wollen es jetzt.« Es ist sowohl Frucht ihrer Arbeit als investigative Journalistin als auch ihres Engagements in der sozialen Bewegung des »15 M«. Die 25 Vorschläge gehen auf die ganze Breite aktueller Fragen ein: »Wir fordern die Reform des Wahlrechts und Einführung partizipativer Demokratie, wir wollen unabhängige Richter und politische Transparenz, aber keine Politikerprivilegen. Unsere wirtschaftlichen Forderungen richten sich gegen Privatisierung und Neoliberalismus. […] Wir lehnen den Europakt ab. Im Bereich Bildung kritisieren wir den Bolognaprozess in Europa und fordern ein laizistisches Bildungswesen in Spanien. Wir kritisieren die Rolle der traditionellen Medien und nutzen neue, digitale Medien. Wir fordern einen Umstieg zu erneuerbaren Energien. Wir wollen soziale Gerechtigkeit, in der Frauen so viel wie Männer zählen.« Auch ein Jahr nach »15 M« sind die Vorschläge beunruhigend aktuell.

Seit 2007 arbeitet Pilar Velasco für Cadena Ser, die älteste Rundfunkanstalt Spaniens, schreibt für verschiedene digitale Medien und ist auf Twitter aktiv. Pilar Velasco lebt in Madrid.

© internationales literaturfestival berlin

[https://twitter.com/Pevelasco]

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