10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Marko Pogačar  [ Kroatien ]

Biographie

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© Tea Gabud

Gast des ilb 2012.

Bibliographie

Pijavice nad Santa Cruzom
AGM
Zagreb, 2006

Poslanice običnim ljudima
Algoritam
Zagreb, 2007

Predmeti
Algoritam
Zagreb, 2009

An die verlorenen Hälften
Edition Korrespondenzen
Wien, 2010
[Ü: Alida Bremer]

Atlas glasova
V.B.Z
Zagreb, 2011

Bog neće pomoći
Algoritam
Zagreb, 2012

Marko Pogačar wurde 1984 in Split geboren. Nach dem Schulabschluss in seiner Heimatstadt studierte er Vergleichende Literaturwissenschaft und Geschichte an der Universität in Zagreb und promoviert zurzeit in einem multidisziplinären Bereich zwischen Literatur-, Kultur- und Filmwissenschaften.

Bisher veröffentlichte er drei Gedichtbände: Sein Debüt gab er mit »Pijavice nad Santa Cruzom« (2006; Ü: Wirbel über Santa Cruz), welches von der Kritik begeistert aufgenommen wurde und sowohl den Narvh-Jezika-Preis für den besten Lyrikband eines Autors unter 35 als auch den Kvirin-Preis erhielt. Bereits ein Jahr nach seinem Erstling legte er einen zweiten Gedichtband mit dem Titel »Poslanice običnim ljudima« (2007; Ü: Sendschreiben an gewöhnliche Menschen) nach und etablierte sich schließlich mit einem weiteren Lyrikband, »Predmeti« (2009; Ü: Gegenstände), als feste Instanz im kroatischen Literaturbetrieb. In seinen Gedichten reiht Pogačar fragmentarisch Bilder aneinander; sein lyrisches Ich mäandert dabei zwischen Philosophie, Politik, Popkultur und Alltagsbeobachtungen. Nicht zuletzt reflektiert es die eigene Sprache, beispielsweise wenn es proklamiert: »Meine Sprache ist Mekka / die fleischige Faust, Macchia, / ein Gewächs, das sich selbst entzündet.« Rastlos, überwältigt von den Assoziationen und Rhythmen der eigenen Verse, präsentiert der junge Dichter sich als ein von der Sprache zugleich Besessener und Getriebener, der stets mit Form und Inhalt zu experimentieren weiß. Bei Vorträgen seiner Lyrik erreichen seine Rezitationen oft eine musikalische Qualität; so sehr ist er darauf bedacht, die Verve seiner Zeilen spürbar zu machen. Seine Gedichte wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt und in zahlreichen internationalen Anthologien und Magazinen publiziert. 2010 erschien im deutschsprachigen Raum unter dem Titel »An die verlorenen Hälften« eine Auswahl seiner Gedichte.

Angesichts seiner breiten Kenntnis der kroatischen wie internationalen Literaturgeschichte gestaltet sich Pogačars Output komplex. Neben seiner Lyrik publizierte er eine Reihe von Essays, Rezensionen und Interviews (»Atlas glasova« und »Jer mi smo mnogi«, beide 2011). Zuletzt wechselte er die Gattung hin zur Prosa und veröffentliche unter dem Titel »Bog neće pomoći« (2012; Ü: Gott wird nicht helfen) seine erste Kurzgeschichtensammlung. Außerdem war er als Lektor, Herausgeber, Kritiker und nicht zuletzt als Chefredakteur des Literaturmagazins »Ka/Os« und Schlagzeuger der Post-Punk-Gruppe »Death Disco« tätig. Darüber hinaus versuchte er sich als Übersetzer aus dem Englischen und Amerikanischen. So ist Pogačar nicht nur als ein versierter Lyriker anzusehen, sondern auch als Kenner des Literaturbetriebs aus allen Perspektiven. Derzeit arbeitet er u.~a. an seinem neuen Gedichtband. Pogačar ist in diesem Jahr Gast des Literarischen Colloquiums Berlin.

© internationales literaturfestival berlin

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