10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Maria Parr  [ Norwegen ]

Biographie

Gast des ilb 2012.

Bibliographie

Waffelherzen an der Angel

[Ill: Marine Ludin]

Dressler

Hamburg, 2008

[Ü: Christel Hildebrandt]

Sommersprossen auf den Knien

[Ill: Heike Herold]

Dressler

Hamburg, 2010

[Ü: Christel Hildebrandt]

Maria Parr wurde 1981 in dem norwegischen Küstendorf Fiskå geboren. Schon in ihrer Kindheit war sie eine begeisterte Geschichtenerzählerin und hielt ihre drei jüngeren Geschwister mit ihren Erzählungen bis in die Nacht hinein wach. Bereits zu Schulzeiten verfasste Parr verschiedene Geschichten. Sie studierte Nordische Sprachen und Literatur an der Universität Bergen und arbeitet derzeit als Lehrerin in Teilzeit an einer Oberschule in Vanylven.

Ihr erstes Buch »Vaffelhjarte« (2005; dt. »Waffelherzen an der Angel«, 2008) verfasste sie während ihres Literaturstudiums an der Universität in Bergen. Im Zentrum der Geschichte steht der neunjährige Trille, der mit seinen Geschwistern, seinen Eltern und seinem Opa in einem Haus am Meer wohnt, in direkter Nachbarschaft zu Lena. Trille und Lena sind unzertrennlich und erleben gemeinsam viele waghalsige Unternehmungen. Trille ist sich ziemlich sicher, dass Lena seine beste Freundin ist. Nicht ganz so sicher ist er sich aber, ob er auch ihr bester Freund ist. Maria Parr zeichnet die Empfindungen ihrer jungen Protagonisten mit seismografischer Genauigkeit auf und erzählt behutsam von deren Wünschen und Ängsten. Für die »Süddeutsche Zeitung« ist Maria Parrs Buch eine »Mischung aus Spannung, Komik, auch Trauer, die mit viel Gefühl und fetzigen Dialogen erzählt wird«, und präsentiert dem Leser »eine glaubwürdige Heldin, die ihre eigenen Erfahrungen machen darf, nicht um etwas zu lernen, wie so oft bei der Lektüre für Kinder, sondern um zu erfahren, was das Leben bedeuten kann«. Für das norwegische Fernsehen wurde das Buch bereits als Serie verfilmt. Maria Parrs zweiter Kinderroman »Tonje Glimmerdal« (2009; dt. »Sommersprossen auf den Knien«, 2010) erzählt von Tonje, dem einzigen Kind in einem winzigen Dorf namens Glimmerdal, das in einem abgelegenen Tal in Norwegen liegt. Als Spielkamerad und Freund bleibt Tonje notgedrungen nur der alte Gunnvald. Als dieser plötzlich ins Krankenhaus kommt und eine fremde Frau in Gunnvalds Haus einzieht, muss Tonje ihre ganze Pfiffigkeit aufbieten, um den Gang der Dinge wieder in die richtige Richtung zu lenken. Auch »Tonje Glimmerdal« erntete euphorische Rezensionen in der Presse. So ist das Buch für die »NZZ« ein »dramaturgisch brillantes Stück Kinderliteratur, spannend, überraschend, märchenhaft. Mit Zärtlichkeit und Humor wird von Vertrauen und Freundschaft erzählt, von Liebe und Enttäuschung zwischen Eltern und Kindern.« Beide Romane von Maria Parr zeigen ihr außergewöhnliches erzählerisches Talent und eine bemerkenswerte inhaltliche Tiefe, die stets um grundsätzliche Fragen nach der Bedeutung von Heimat, Freundschaft und Familie kreisen.

Maria Parrs Bücher wurden vielfach mit Preisen ausgezeichnet, u.~a. mit dem Luchs, dem Bragepreis, dem Silbernen Griffel und dem Prix Sorcière. Ihr Werk erschien u.~a. auch in Russland, wo es sich einer großen Popularität erfreut. Maria Parr lebt in der an der Küste gelegenen norwegischen Universitätsstadt Volda.

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